Kirchengemeinden Waibstadt und Daisbach: Ein Gemeindehaus muss künftig reichen
Waibstadt-Daisbach. (wig) Über aktuelle Entwicklungen informierte Pfarrer Jonas Rühle in einer von Bernhard Ritzler moderierten Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst. In den 1960- und 1970-er Jahren habe sich der Gebäudebestand der evangelischen Landeskirche in Baden verdoppelt, so Rühle. Dieser große Besitz führe zu hohen Unterhaltungskosten und müsse abgebaut werden. Die Kirchengemeinde Daisbach hat schon 2004 ihr Gemeindehaus verkauft; trotzdem bestand mit der Nutzung des Pfarrhauses als Gemeindezentrum ein Überhang von 160 Quadratmetern.
"Nur durch eine gemeinsame Lösung der beiden Kirchengemeinden Daisbach und Waibstadt können wir unsere Gebäude halten", so Rühle. Deshalb hat der Kirchengemeinderat entschieden, dass das Daisbacher Pfarrhaus künftig als Wohnung und Dienstsitz des Ortsgeistlichen sowie als Pfarrbüro genutzt wird und das Waibstadter Gemeindehaus als gemeinsames Gemeindehaus.
Die Daisbacher haben laut Rühle mit dieser Lösung den Vorteil, dass die Pfarrfamilie im Dorf wohnt, zahlen aber den Preis, kein eigenes Gemeindehaus mehr zu haben. Das Bedauern darüber kam auch in der rege geführten Diskussion zum Ausdruck. So muss der Posaunenchor nun im Winter in Waibstadt, im Sommer in der Daisbacher Kirche proben, der Kinderchor im Bürgersaal und der Seniorenkreis trifft sich ebenfalls im Rathaus.
Auch die politische Gemeinde hat Interesse daran, dass diese Angebote für Kinder und Senioren erhalten bleiben, meinte Ortsvorsteher Winfried Glasbrenner. Daher habe der Ortschaftsrat den Kinderchor gerne aufgenommen. Die Trauer über den Verlust des eigenen Gemeindehauses wurde in Wortmeldungen deutlich, aber auch das Verständnis für die Notwendigkeit diese Änderungen.
Das 1980 erbaute Gemeindehaus in Waibstadt liegt neben der Kirche und verfügt über einen rund 100 Quadratmeter großen Gemeindesaal. Dazu gehören auch eine gut ausgestattete Küche und eine große Außenfläche.
Im Daisbacher Pfarrhaus sind kleinere Maßnahmen fällig: Anstelle der alten Büromöbel wird eine Schrankwand als Trennung zwischen Büro und Amtszimmer des Pfarrers eingebaut. Ein Besprechungstisch wird aus alten Eichenbalken gezimmert, die aus dem abgebrochenen Wohnhaus der Familie Moser stammten.