Wiesloch: Kerstin Burkhart wird die neue Umweltbeauftragte
Von Hans-Dieter Siegfried
Wiesloch. Sie war in Peru in Sachen Artenschutz und Umwelt unterwegs, arbeitete dort – man schrieb das Jahr 1980 – an ihrer Diplomarbeit und auch beruflich motivierte Reisen nach Westafrika standen bei ihr auf dem Programm. Jetzt hört Monika Stein als Umweltbeauftragte der Stadt Wiesloch auf und geht in Rente. Ende Juli ist offiziell ihr letzter Arbeitstag, Stein möchte jedoch noch ein paar Monate weitermachen, um ihrer Nachfolgerin Kerstin Burkhart stundenweise hilfreich unter die Arme greifen zu können. Die Zusage dafür hat sie bereits erhalten.
Bevor sie ihr Weg in die Weinstadt führte, arbeitete Monika Stein beispielsweise auch in Neuguinea, kümmerte sie sich doch dort um den Erhalt von einheimischen Krokodilarten. Arten- und Klimaschutz haben in den zurückliegenden Jahren ihre Aktivitäten geprägt. Für die 1955 in Mannheim geborene Stein begann ihre Arbeit in Wiesloch so richtig im Jahre 1995. Bereits davor war sie als Umweltbeauftragte in Neckargemünd beschäftigt, ehe ihr in der Großen Kreisstadt eine feste Stelle angeboten wurde. 2003 übernahm sie nach Abschluss der Biotopvernetzungs-Konzeption den kompletten Umweltbereich.
"Man ist als Biologe immer ein Exot in der Verwaltung", meinte sie und spielte dabei auf die oftmals auftretenden Interessenskonflikte an. "Wir müssen bei der Neuerschließung von Flächen stets vorsichtig umgehen, um für Tiere und Pflanzen wertvollen Lebensraum zu erhalten." Dies führte hin und wieder zu Konfliktsituationen und zwar dann, wenn Stein den mahnenden Zeigefinger erhob. Dennoch: Ihr jetziges Fazit ist überwiegend positiv. So habe sie fast immer Rückhalt vom Gemeinderat und der Verwaltungsspitze verspürt und dies, obwohl sie viele kritische Begutachtungen bei der Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete auf den Weg bringen musste. Sie ist sich bewusst, Einflussmöglichkeiten bei Bauvorhaben zu haben. "Ich habe meine Stellungnahmen stets als Entscheidungshilfe für den Gemeinderat angesehen und versucht, alle Punkte objektiv und fachlich begründet vorzutragen", bilanzierte sie.
"Die Vielfalt der Aufgaben macht mein Arbeitsgebiet lebendig", umschrieb Stein ihr Betätigungsfeld. Gerade in der heutigen Zeit gewinne Klima- und Umweltschutz notwendigerweise immer mehr an Bedeutung. Die Einsicht vieler Menschen, dass etwas getan werde müsse, nehme glücklicherweise zu. Meine These ist: "Umweltschutz muss im sozialen Umfeld wachsen, also bereits früh und dies sowohl in der Schule als auch in der Familie." Ihre persönlichen Meilensteine während ihrer Tätigkeit in Wiesloch waren die Schaffung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Biotoperhalt und eine "Hochstammaktion", bei der rund 8000 Bäume und Sträucher gepflanzt werden konnten. Vor zwei Jahren war es ihr gelungen, in der Verwaltung auf Recycling-Papier umzustellen. "Wir haben alleine dadurch 1,5 Millionen Blatt ,normalen’ Papiers pro Jahr einsparen können", vermeldete sie mit Stolz.
Das Rentnerdasein wird für Stein kurzweilig: "Ich falle in kein Loch." Kammermusik, ihr Hund und ihr Pferd halten sie auf Trab.
Ihre Nachfolgerin Kerstin Burkhart hat ihren Bachelor in Bio-Geowissenschaften in Koblenz gemacht, um später in München den Master in Umweltplanung und Ingenieurökologie dranzuhängen. Die gebürtige Pfälzerin, sie kam in Landau zur Welt, hat von der Stellenausschreibung in Wiesloch auf der Homepage der Stadt erfahren und sich flugs beworben. "Das hat auch gleich geklappt", geht sie voller Tatendrang die neue Aufgabe an. Ihre dringlichsten Schwerpunkte sieht sie in der Etablierung einer Baumschutzsatzung, im starken Einsatz für den Erhalt der Biodiversität und darin, die Digitalisierung in ihrem Zuständigkeitsbereich zu forcieren. "Ich bin hier herzlich aufgenommen worden und freue mich auf die Herausforderung", zeigte sie sich entschlossen.