Paris (dpa) - Die Pariser Holocaust-Gedenkstätte würdigt den jahrzehntelangen Einsatz von Beate und Serge Klarsfeld für die Erinnerung an Nazi-Verbrechen. Eine am Donnerstag eröffnete Ausstellung erinnert an aufsehenerregende Aktionen des deutsch-französischen Paars - etwa die Ohrfeige für den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, mit der Beate Klarsfeld 1968 dessen frühere NSDAP-Mitgliedschaft anprangern wollte. Das Engagement der Klarsfelds habe in Deutschland und Frankreich eine wichtige Rolle gespielt, sagte Kurator Olivier Lalieu der Deutschen Presse-Agentur. Serge Klarsfeld hatte beispielsweise ein Verzeichnis der Juden veröffentlicht, die im Zweiten Weltkrieg in Frankreich verhaftet und deportiert worden waren. Heute sei die Erinnerung an die Judenverfolgung in beiden Ländern stark verankert, meint der 82-Jährige, selbst Sohn eines in Auschwitz ermordeten Juden.Die gebürtige Berlinerin Beate Klarsfeld und ihr Mann sorgten auch für die Enttarnung untergetauchter NS-Verbrecher und wurden deshalb als «Nazi-Jäger» bekannt. So trugen sie dazu bei, dass der frühere Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, von Bolivien an Frankreich ausgeliefert wurde. Das in Paris lebende Paar wurde 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.Die Klarsfelds machten sich zuletzt auch mehrfach öffentlich gegen die Rechtsaußen-Partei Front National in Frankreich und die AfD in Deutschland stark. Mit Blick auf den Bundestagswahlkampf kritisierte die 78-jährige Beate Klarsfeld nun: «Ich glaube, die Politiker hätten sich auch stärker gegen die AfD engagieren sollen.»