Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Alleingang von US-Präsident Donald Trump zur Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels kritisiert. Die Bundesregierung sei mit der Entscheidung Trumps «nicht einverstanden», sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem libyschen Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch in Berlin. Sie wünsche sich eine Wiederbelebung der Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung, in deren Rahmen auch der Status von Jerusalem verhandelt werden müsse. Mit Blick auf ein mögliches stärkeres Engagement Europas oder Deutschlands im Nahost-Friedensprozess sagte die Kanzlerin, die EU könne sich dabei zwar mit einbringen, aber alleine werde Europa keine Lösung für die Region finden. Dazu seien auch die USA notwendig. Deutschland halte sich hier an die einschlägigen UN-Resolutionen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte angekündigt, die EU wolle versuchen, eine aktivere Rolle im seit Jahren festgefahrenen Nahost-Friedensprozess übernehmen. Al-Sarradsch sprach sich für eine Fortsetzunh des Friedensprozesses in der Region aus. Libyen unterstütze die palästinensische Sache - «es darf keinen einseitigen Beschluss geben», sagte er. Das Vorgehen Trumps bedrohe den Frieden in der Region und führe zu mehr Konflikten.