Tallinn (dpa) - Estland hat für 2018 einen Haushalt verabschiedet, der erstmals die 10-Milliarden-Euro-Grenze überschreitet. Im Parlament in Tallinn stimmten am Mittwoch 55 Abgeordnete bei 41 Gegenstimmen für den Etatentwurf der Regierung. Das Budget des baltischen EU- und Nato-Staats sieht Gesamtausgaben von 10,58 Milliarden Euro und Einnahmen von 10,33 Milliarden Euro vor. Mit dem geplanten Defizit von 0,25 Prozent wird Estland auch im kommenden Jahr der Haushaltsmusterschüler der EU und Eurozone bleiben. Dem europäischen Statistikamt Eurostat zufolge verzeichnete die Ostseerepublik mit 8,9 Prozent zur Jahresmitte 2017 die niedrigste Schuldenquote in Europa. Nach Regierungsangaben sollen 2018 mit dem verabschiedeten Haushalt besonders vier Schwerpunkte gefördert werden: Wirtschaftswachstum, Bevölkerungsanstieg, nationale Sicherheit und mehr sozialer Wohlstand und Zusammenhalt. Neben höheren Sozialausgaben wird auch der Militäretat erstmals mehr als eine halbe Milliarde betragen.Mit umgerechnet 2,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird Estland damit weiter zu den Staaten zählen, die den angepeilten Nato-Zielwert für Verteidigungsausgaben erreichen. Der an Russland grenzende Baltenstaat sorgt sich wie seine Nachbarn Lettland und Litauen, die 2018 ebenfalls das Zwei-Prozent-Ziel der Nato anstreben, in der Ukraine-Krise um seine Sicherheit.