Autofiktion | Irgendwie masochistisch: „Die Besessenheit“ von Annie Ernaux
Ihr Schreiben steht an erster Stelle. An zweiter kommt der erigierte Penis eines gewissen „W.“ – der jetzt eine neue Freundin hat. Die namenlose Ich-Erzählerin in dem nur 66 Seiten kurzen Roman Die Besessenheit, zu der sich Nobelpreisträgerin Annie Ernaux wie immer selbst bekennt, vermisst diesen W. eigentlich überhaupt nicht.
Eifersucht ist dafür ein vorzügliches Wort
Sie, Ende 40, hatte sich schließlich selbst nach sechs Jahren von diesem deutlich jüngeren Mann getrennt. Doch als sie von seiner neuen Partnerin erfährt – ähnlich alt wie sie und außerdem Dozentin, ein Beruf, den sie verachtet – wird sie rasend.
Eifersucht ist dafür ein vorzügliches Wort: Das Subjekt, um das gewetteifert wird, ist egal.
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