FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat den Kultusministern der Länder vorgeworfen, zu wenig für bessere Bildung zu tun. Er fordert neue Vorgaben. Christian Dürr hat die Kultusminister der Länder scharf kritisiert und ihnen mangelnden Einsatz für bessere Bildung vorgeworfen. Im Interview mit dem "Tagesspiegel" sagte der FDP-Fraktionschef: "Wir haben das Startchancen-Programm durchgesetzt. Wir wollten einen ambitionierten Digitalpakt. Die Kultusminister der Bundesländer waren leider nicht so ambitioniert. Auf die bin ich teilweise stinksauer." Dürr warf den Ministern vor, Verantwortung auf andere zu schieben. "Die rufen immer nur, dass andere etwas tun sollen. Dabei sind sie in der Verantwortung. Manche kommen mir vor wie Abteilungsleiter in einem schlecht geführten Baumarkt. Wenn der Kunde nach einer Schraube fragt, antworten sie, das sei nicht ihre Abteilung. Das muss endlich aufhören", sagte er. Kenntnisse ab der ersten Klasse gefordert Der FDP-Politiker forderte, dass jedes Kind ab der ersten Klasse über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen müsse. "Wenn sich eine Landesregierung nicht voll dem Ziel verschreibt, in der ersten Klasse Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen sitzen zu haben, muss sie sich öffentlich dafür rechtfertigen", sagte Dürr. Eltern erlebten, dass Kinder beim Schulstart zurückfallen könnten, wenn ein Teil der Klasse kein Deutsch spreche. Auf die Rolle der früheren Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger verwies Dürr ebenfalls. "Sie hat flächendeckend Sprachtests für Kleinkinder vor der Einschulung gefordert. Und sie hat dafür gesorgt, dass es die inhaltliche Programmatik der FDP wird." Er betonte, er sei nun klarer in seinen Forderungen und erwarte von allen Kultusministern eine gemeinsame Linie, damit jedes Kind beim Schulstart ausreichend Deutsch beherrsche.