Добавить новость
World News
Новости сегодня

Новости от TheMoneytizer

Bäcker-Anleihe: 4,25 Prozent Zinsen – Risiko oder sichere Geldanlage?

Vom Brötchen zum Investment: Eine bekannte Bäckereikette wirbt bei Kunden für "Genussanleihen" und verspricht hohe Zinsen. Doch die Geldanlage birgt hohe Risiken. Wer in den letzten Wochen eine Bäckerei der Kette Heberer, auch bekannt unter dem Namen Wiener Feinbäcker betrat, dürfte sich gewundert haben: Dort lagen riesige Brotlaibe aus, auf denen mit Mehl groß "4,25 Prozent" prangte. Zudem sah man große Aufsteller vor dem Eingang und Flyer auf den Tischen, die für "unsere Genussanleihe" warben. 4,25 Prozent Zinsen pro Jahr, das verspricht der Bäcker jenen Anlegern, die mindestens 1.000 Euro investieren. Das Geld ist laut Prospekt dann etwa viereinhalb Jahre, bis zum 28. Februar 2030, fest gebunden. Ein Deal, der erst einmal gut klingt: Aus 1.000 Euro würden nach fünf Jahren etwa 1.276 Euro. Das ist mehr, als ein Festgeld mit gleicher Laufzeit derzeit abwirft. Die sprichwörtliche Kirsche auf der Sahnetorte. Für Heberer sind die Genussanleihen nach eigenen Angaben Ausdruck einer besonderen Kundennähe und Loyalität zum Unternehmen. Viele Kunden seien seit der ersten Anleihe vor knapp 15 Jahren dabei und hätten sich langjährig Zinsen gesichert. Anleger würden Teil der Familie, unterstützten das Handwerk und investierten in ein traditionsreiches Unternehmen mit Zukunft. Gut gesagt, gut gemeint? Sollten Sie hier wirklich Ihr Geld für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge investieren? Riskanter ist als klassische Anleihen Die Wiener-Feinbäcker-Genussanleihe ist eine sogenannte Inhaberschuldverschreibung (IHS) mit Wertpapierkennnummer (WKN). Ein solches Papier schreibt eine Forderung des Anlegers gegenüber dem Unternehmen fest: Heberer verpflichtet sich, den von Anlegern geliehenen Betrag zu einem bestimmten Datum zurückzuzahlen und regelmäßig Zinsen in der zugesagten Höhe zu leisten. Und die Risiken? Geht der Herausgeber der IHS pleite, gehen Anleger zwar nicht automatisch leer aus. In der Praxis bekommen Banken oder andere Kreditgeber aber zuerst ihr Geld zurück, weil sie sich ihre Darlehen durch Sicherheiten wie Maschinen oder Immobilien haben absichern lassen. Nur, wenn dann noch genügend Firmenvermögen übrig ist, erhalten auch Anleger der IHS etwas aus dem Insolvenztopf. Die "Genussanleihe" ist übrigens auch nicht mit einer Staatsanleihe oder Unternehmensanleihe zu vergleichen. Denn sie besitzt kein Rating, also eine Art Schulnote, mit der Agenturen wie Standard & Poor’s oder Fitch die Kreditwürdigkeit des Schuldners und das Ausfallrisiko der Anleihe einschätzen. Wer das Verlustrisiko der Heberer-Anleihe bewerten will, muss selbst in die Bücher schauen. Warum nicht einfach zur Bank? Die Entscheidung für eine Inhaberschuldverschreibung habe Heberer bewusst getroffen, um die Bilanzstruktur flexibel zu halten, teilt der Unternehmenssprecher mit. Übersetzt heißt das: Die Bäckereikette nimmt einen Kredit bei Kunden auf, ohne für diesen Sicherheiten in der Bilanz hinterlegen zu müssen und damit zu "binden". Weil sie den Kredit zudem erst am Ende der Laufzeit zurückzahlen und nicht monatlich tilgen muss, bleibt das Unternehmen flüssiger. Ein Blick in die Bilanz zeigt zudem: Die Bäckereikette plagt ein ordentlicher Schuldenberg. So dient ein Großteil des Geldes, das Heberer durch die Anleihe einnehmen will, der Rückzahlung älterer Anleihen und eines Förderkredits in Millionenhöhe. Grob formuliert: Alte Schulden werden mit neuen Schulden beglichen. Das sollte allen klar sein, die hoffen, mit der Investition irgendwann größere Brötchen backen zu können. Ein regulärer Bankkredit wäre unter diesen Voraussetzungen vermutlich schwer zu bekommen, oder nur unter strengen Auflagen. "Genussanleihen" bei privaten Anlegern zu platzieren, ist dagegen ein praktischer Ausweg. Anleger erhalten keine Mitspracherechte – und dennoch fließt frisches Kapital. Der Preis dafür – 4,25 Prozent Zinsen – sind der Kostenaufschlag. Anleger übernehmen ein Risiko, das Banken nicht mehr tragen wollten. Kein Grauer Kapitalmarkt, aber ... Obwohl Inhaberschuldverschreibungen formal nicht zum Grauen Kapitalmarkt zählen, können sie für Anleger vergleichbare Gefahren bergen wie Genussrechte und andere sogenannte hybride Anleiheformen, etwa Crowdfunding oder Investments, bei denen der Verwendungszweck des eingesammelten Kapitals nicht angegeben wird (Blind-Pool-Investments). Das Risiko bei Genussrechten oder Genussscheinen liegt darin, dass Anleger nicht nur am Gewinn, sondern auch am Verlust des Unternehmens beteiligt sind. Es ist also nicht garantiert, dass sie ihren Einsatz zurückbekommen. Sie können ihr Geld auch ganz oder teilweise verlieren – und Anleger müssen womöglich sogar Geld nachschießen. Zudem findet am Grauen Kapitalmarkt kaum Regulierung statt. Aufsicht billigt Prospekt nur formal Auch die Genussanleihe von Heberer steht nicht so unter staatlicher Aufsicht, wie man glauben könnte. Die Finanzaufsicht Bafin hat den Prospekt der "Wiener Feinbäckerei Heberer GmbH" zwar gebilligt, allerdings nur nach einer "formalen Prüfung". Das bedeutet, sie prüft, ob die Angaben vollständig und verständlich sind, bewertet aber nicht deren Qualität oder gibt eine Garantie für die Sicherheit der Anlage. Die Aufsicht schreibt selbst: "Die Bafin überprüft folglich weder die Seriosität des Anbieters [...], noch kontrolliert sie die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells". Ein gebilligter Prospekt ist also kein Qualitätssiegel. Von Heberer heißt es, die zuständige interne Fachabteilung überprüfe, wie die Mittel aus der Anleihe verwendet würden. Externe Wirtschaftsprüfer würden den Jahresabschluss abnehmen. Anleger müssen selbst ran Dass Experten die Bilanz abnicken, gibt zwar Sicherheit über die Richtigkeit der Zahlen, sagt am Ende aber dennoch wenig über das Risiko der Anleihe selbst. Weil auch ein Rating zur Kreditwürdigkeit von Heberer fehlt, bleibt Anlegern nur, selbst die Risiken der Anlage zu prüfen. Dafür können sie auf die öffentlich zugänglichen Informationen blicken, worauf auch der Unternehmenssprecher verweist. Auf der Internetseite einsehbar sind der Wertpapierprospekt zur Genussanleihe und die Jahresabschlüsse der vergangenen drei Jahre von Heberer. Darin findet man unter anderem Hinweise auf Risiken, etwa die Information, dass Kreditschulden mit keinen Vermögenswerten hinterlegt, also nicht besichert sind, und dass bereits eine ganze Menge Schulden im Unternehmen aufgelaufen sind: insgesamt knapp zwölf Millionen Euro. Ambitionierte Rechnung Die Genussanleihe soll zehn Millionen Euro einbringen, wobei über die fünf Jahre gut 2,1 Millionen Euro an Zinsen fällig würden. Um die vollen Schulden abzulösen, müsste also aus dem laufenden Geschäft genügend Gewinn übrig bleiben oder es müssten sich andere Geldgeber finden. Doch so lecker Brot und Torte auch sind: Kann diese Rechnung aufgehen? Das Unternehmen gibt sich optimistisch: Die familiengeführte Bäckerei möchte mit dem Geld der Anleihe in energieeffizientere Produktionstechnik investieren, Filialen umfassend modernisieren und das Filialnetz ausbauen, um am Ende Kosten zu sparen und so den Gewinn zu steigern. Ob das wirklich gelingt, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen. Kein vorzeitiger Verkauf der Bäckeranleihe Das ist umso wichtiger für Anleger, das Prinzip hinter der Genussanleihe zu verstehen, denn es gilt: mitgefangen, mitgehangen. Vor der offiziellen Fälligkeit Ende Februar 2030 kann niemand aussteigen. Ein Sonderkündigungsrecht von Heberers Inhaberschuldverschreibung ist nur aus "wichtigem Grund" zulässig, beispielsweise, wenn das Unternehmen mit der Zinszahlung mehr als 60 Tage im Verzug ist, Insolvenz anmeldet oder abgewickelt wird. Dann allerdings ist es meist schon zu spät, an sein eingesetztes Kapital zu kommen. Die Einlagensicherung bis 100.000 Euro, die auf Sparguthaben wie Tages- oder Festgeld gilt, gilt im Fall einer Unternehmensinsolvenz nicht. Dass bisher sämtliche Zins- und Rückzahlungen der Anleihe pünktlich geleistet wurden, wie der Unternehmenssprecher betont, heißt nicht, dass dies auch künftig so sein wird. Weil die Inhaberschuldverschreibung auch nicht an der Börse gelistet ist, können Anleger auch nicht vorzeitig verkaufen. Fazit: Kein Investment fürs Ersparte Wer auf der Suche nach stabilen Zinsen ist, stößt schnell auf Angebote wie die von der "Wiener Feinbäckerei Heberer GmbH". Doch so verlockend die Zinsen auch erscheinen: Hinter der Verpackung steckt ein komplexes Finanzprodukt mit hohem Risiko. Gerade weil die Prospekte formal korrekt und rechtlich zulässig sind, suggerieren sie eine Sicherheit der Anlage, die so nicht unbedingt gegeben ist. Umso wichtiger ist es, das eigene Risikoprofil ehrlich einzuschätzen und sich bewusst zu machen, dass Vertrauen kein Ersatz für Verstehen ist. Wer nicht auf das angelegte Kapital verzichten kann, sollte bei solchen Angeboten besonders kritisch bleiben.

Читайте на сайте


Smi24.net — ежеминутные новости с ежедневным архивом. Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. Абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию. Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть —онлайн с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии. Smi24.net — живые новости в живом эфире! Быстрый поиск от Smi24.net — это не только возможность первым узнать, но и преимущество сообщить срочные новости мгновенно на любом языке мира и быть услышанным тут же. В любую минуту Вы можете добавить свою новость - здесь.




Новости от наших партнёров в Вашем городе

Ria.city
Музыкальные новости
Новости России
Экология в России и мире
Спорт в России и мире
Moscow.media






Топ новостей на этот час

Rss.plus





СМИ24.net — правдивые новости, непрерывно 24/7 на русском языке с ежеминутным обновлением *