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Trump will Staats-Architektur: Experte warnt vor autoritärem Bauen

Donald Trump will den USA wieder eine "schöne" Architektur verordnen – und stößt damit auf heftige Kritik. Der renommierte Architekturhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani warnt im Interview vor der Gleichschaltung der Kultur. Bastian Brauns berichtet aus Washington Mit einem neuen Dekret "Making Federal Architecture Beautiful Again" will Donald Trump den Stil staatlicher Bauwerke in den USA "wieder schön machen", indem er sie auf klassische Formen festschreibt. Damit kehrt er zu einer Idee zurück, die bereits in seiner ersten Amtszeit umstritten war. Kritiker sprechen von einem Angriff auf die architektonische Vielfalt und einer gefährlichen Politisierung des Bauens. t-online hat mit Vittorio Magnago Lampugnani gesprochen, einem der renommiertesten Architekturhistoriker Europas, der auch lange Zeit in den USA gelehrt hat. Im Interview kritisiert er Trumps "stilistisches Diktat" scharf. Er spricht über die klaren Parallelen zu autoritären Regimen, über Trumps grenzenlose Selbstgefälligkeit und darüber, welche Architektur Demokratien heute wirklich benötigen würden. t-online: Herr Magnago Lampugnani, Donald Trump hat kürzlich eine Executive Order erlassen, die künftig eine klassische Architektur für Bundesgebäude vorschreibt. Was war dazu Ihr erster Gedanke? Ich war erstaunt, dass so etwas heute noch überhaupt in Erwägung gezogen wird. Es gab ja bereits ähnliche Ansätze in Trumps erster Amtszeit. Die wurden belächelt und von Joe Biden zurückgenommen. Nun wird mit dem Gedanken einer von oben diktierten Architektur offenbar Ernst gemacht. Was ist von diesem Vorgehen, eine bestimmte Bauweise zu verordnen, zu halten? Nichts: Alle Versuche, eine "Staatsarchitektur" zu etablieren, sind historisch gescheitert – und zwar im Mittelmaß. Solche Vorgaben setzen Prozesse in Gang, bei denen sich überwiegend opportunistische, schlechte Architekten profilieren, die auf den Zug aufspringen. Aber schon der Grundgedanke ist falsch: Ein Staat repräsentiert sich nicht glaubwürdig, indem er einen bestimmten Stil vorschreibt. Warum denken Sie, funktioniert so eine staatlich verordnete Architektur nicht? Architektur ist, wie jede kulturelle Erscheinung, vielfältig und widersprüchlich. Es gibt kein eindeutiges "richtig" oder "falsch" für eine Zeit. Das muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Eine Stilvorgabe unterdrückt diesen unverzichtbaren Dialog. Entwicklung entsteht durch Auseinandersetzung, Streit und Unterschiedlichkeit – nicht durch Gleichschaltung. Die Verordnung von Trump ist deswegen ein Unsinn, weil sie jede produktive architektonische Entwicklung unterbindet. Der Präsident drückt letzten Endes nur architektonischem Kitsch seinen Stempel auf. Trump beruft sich auf eine angebliche Mehrheit der Amerikaner, die moderne Stile wie Brutalismus oder Dekonstruktivismus ablehnen. Ist das nicht ein legitimer Bezug auf den Volkswillen? Woher er diese Behauptung nimmt, ist mir unklar. Aber selbst wenn sie richtig wäre: Architektur darf nicht unreflektiert dem Geschmack der Mehrheit folgen. Sie hat auch und vor allem die Aufgabe, Türen zu öffnen und Entwicklungen vorwegzunehmen, die sich die Gesellschaft alleine vielleicht nicht zutrauen würde. Trump verspricht mit seinem Dekret "Making Federal Architecture Beautiful Again", "hässliche Gebäude loszuwerden". Was halten Sie davon? Es ist ein primitives und gefährliches Urteil. Jeder von uns trifft vorschnelle Geschmacksurteile, die sich mit der Zeit ändern. Architektur ist viel zu vielschichtig, als dass man sie auf Kategorien wie "hässlich" oder "schön" reduzieren könnte. Und manches, was heute als "hässlich" gilt, kann sich in 30 Jahren als stilbildend erweisen. Welche Art von Architektur stellt sich Trump überhaupt vor? Ich möchte keine Exegese von Trumps Vorstellungen betreiben. Aber er scheint an den sogenannten amerikanischen Klassizismus anknüpfen zu wollen, also an die Jefferson’sche Tradition. Dagegen ist historisch nichts einzuwenden – auch die Französische Revolution hat klassizistische Formen aufgegriffen. Aber solche Bezüge müssen frei und kreativ sein, sonst sind sie nichts als anachronistischer Abklatsch. Sie nennen Trumps Vorgehen in dieser Angelegenheit Gleichschaltung. Woran machen Sie das fest? Die Executive Order spricht eine klare Sprache: Alle müssen sich einem stilistischen Diktat unterwerfen, weil der Präsident das so will. Es ist ja vollkommen in Ordnung, dass Schulen den Klassizismus als Stil lehren und Architekten ihn pflegen. Auch wenn einem diese Strömung persönlich nicht gefallen muss, ist es wichtig, dass es sie gibt. Wenn man aber dafür andere Strömungen unterbindet, dann ist das eine Gleichschaltung – und für die Baukunst ein Debakel. Sind Trumps Architekturpläne denn mit anderen autoritären Systemen vergleichbar? Ja, die Parallelen sind offensichtlich. Und lehrreich. Hitler hat durch seine kulturelle Gleichschaltung viele gute Architekten ausgeschlossen, die den Staat virtuos hätten repräsentieren können. Am Ende bauten überwiegend mediokre Architekten für ihn. Mussolini war da etwas klüger, er ließ sich gut beraten und förderte explizit verschiedene, auch experimentelle Richtungen. Daher kommt es, dass Italiens Staatsarchitektur jener Zeit vielfältig und oft von hoher Qualität ist – trotz der unerträglichen dahinterliegenden Ideologie. Trump plant auch ganz konkrete Umbauten am Weißen Haus und hat einiges auch schon umgesetzt. Ein riesiger Ballsaal soll entstehen, den Rosengarten hat er mit Marmor gepflastert und die goldenen Elemente im Oval Office wirken überbordend. Wie ordnen Sie das ein? In die Kategorie des schlechten Geschmacks, den man auch schon in seinem Trump Tower in New York oder in Mar-a-Lago beobachten kann. Aber all diese Vorhaben zeugen auch von einer maßlosen Repräsentationslust. Repräsentation an sich ist legitim, gerade bei Staatsgebäuden. Doch sie muss subtil, raffiniert, zeitgemäß sein. Bei Trump ist es nur ostentativer Reichtum: Gold, Prunk, Maßlosigkeit, ohne jeglichen kulturellen oder künstlerischen Mehrwert. Sollte der US-Präsident also bescheiden auftreten? Architektur muss sich nicht unbedingt zurücknehmen oder nur sparsam und bescheiden sein. Aber auch stolze Selbstdarstellung sollte man so verarbeiten, dass sie einen künstlerischen Wert erhält. Davon sehe ich in Trumps Eingriffen nichts. Ich sehe reine Maßlosigkeit, Protz – und eine grenzenlose Selbstgefälligkeit. Wie kann Architektur staatliche Autorität ausstrahlen, ohne gleich diktatorisch zu wirken? Architektur kann Beständigkeit, Stabilität, durchaus auch Macht verkörpern – das ist nicht per se schlecht. Jeder antike Tempel, jedes Schloss und jede Kathedrale tun das. Doch wenn Architektur Menschen kleinmacht, einschüchtert oder demütigt, ist die Grenze überschritten. Gigantische Freitreppen, endlose Raumfolgen, überdimensionierte Türen – Hitler und sein Chef-Architekt Speer haben diese Mittel ganz bewusst eingesetzt. Wenn das Ziel nicht mehr ist, Beständigkeit zu repräsentieren, sondern die Größe, Einzigartigkeit und den damit verbundenen Herrschaftsanspruch eines Volkes, dann ist es extrem bedenklich. Trump gibt vor, nun die besten Architekten des Landes mit seinen Bauplänen zu beauftragen. Wie reagieren denn Architekten in den USA auf das Dekret des Präsidenten, wonach künftig alles von ihm persönlich genehmigt werden muss? Egal ob aus der traditionalistischen Ecke, also von jenen Architekten, die am Klassizismus weiterarbeiten, oder aus dem modernistischen Lager: Die Reaktionen, die ich höre, sind konsterniert. Denn jeder, der einigermaßen intelligent ist, weiß, dass eine solche Gleichschaltung den architektonischen Dialog abwürgt und die Kultur massiv schädigt. Trumps Amtszeit ist begrenzt, seine Dekrete sind reversibel. Bauen braucht hingegen Zeit. Muss man sich also vielleicht gar nicht so große Sorgen machen? Dekrete lassen sich aufheben, ja. Aber der Wunsch, sich zu verewigen, ist Teil einer Politik, wie Trump sie verfolgt. Architektur schafft Monumente, die bleiben – sogar als Ruinen. Das war Speers Theorie, und das ist auch wieder erkennbar. Welche Architektur bräuchte denn ein demokratischer Staat heute? Eine, die repräsentiert, dabei aber für die Menschen zugänglich bleibt. Und die wichtigen Fragen unserer Zeit thematisiert. In Barcelona etwa gibt es Programme, öffentliche Gebäude als kühle Zufluchtsorte gegen die Überhitzung der Stadt einzurichten. Das schafft nicht nur praktischen Nutzen, sondern auch Identifikation mit den Institutionen. Es gibt viele andere Wege. Jedenfalls sollte eine moderne öffentliche Architektur unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, der in eine bessere Zukunft weist.

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