Offenbar blieb das Verhandlungsteam der Hamas in Katar bei einem israelischen Angriff unverletzt. Unter den sechs Toten soll allerdings der Sohn eines führenden Hamas-Mitglieds sein. Die islamistische Terrororganisation Hamas hat den israelischen Angriff auf ihre Führungsspitze in Katar als "gescheitert" bezeichnet. Kein Mitglied ihres Verhandlungsteams sei dabei getötet worden, hieß es in einer Mitteilung der Hamas. Auch der arabische Sender "Al-Jazeera" berichtete, dass keines der hochrangigen Politbüro-Mitglieder der Hamas bei dem Angriff ums Leben gekommen sei. Bei der Attacke in Doha, die von der Hamas als "abscheuliches Verbrechen" beschrieben wurde, seien aber sechs Menschen getötet worden. Darunter auch ein Sohn des höchstrangigen Hamas-Anführers im Ausland, Chalil al-Haja, sowie dessen Büroleiter. Der Angriff auf die Verhandlungsdelegation der Hamas, die gerade über einen Vermittlungsvorschlag von US-Präsident Donald Trump beraten wollte, beweise einmal mehr, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Regierung nicht die Absicht hätten, ein Abkommen zu erzielen, hieß es weiter in der Hamas-Mitteilung. Israels Führung versuche, ohne Rücksicht auf das Leben der Geiseln jegliche Bemühungen um ein Ende des Krieges zu vereiteln. Die USA seien durch ihre fortwährende Unterstützung für Israel mitverantwortlich. Trump bedauert Angriff Die Hamas halte an ihren Bedingungen für ein Kriegsende fest: ein sofortiger Stopp der israelischen Angriffe, ein vollständiger Rückzug aus dem Gazastreifen , ein Tausch von Geiseln gegen palästinensische Häftlinge, humanitäre Hilfe sowie ein Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Küstenstreifens. Friedrich Merz (CDU) hatte den Angriff in Katar verurteilt. In einem Telefonat mit Emir Tamim bin Hamad Al Thani bezeichnete der Kanzler die Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität Katars durch den israelischen Angriff als "nicht akzeptabel", wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Katar teilte mit, es behalte sich eine "Reaktion" vor. Al-Thani sprach am Dienstagabend vor Journalisten von einem "eklatanten Angriff" und forderte eine "Antwort aus der gesamten Region auf solch barbarische Handlungen". Der israelische Angriff sei ein "entscheidender Moment" für die Region. US-Präsident Donald Trump bedauerte, dass Katar zum Schauplatz einer Attacke wurde. Der Republikaner betrachte Katar als engen Verbündeten und Freund der USA, teilte das Weiße Haus mit. Die Entscheidung für den Angriff habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu getroffen, so Trump. Lesen Sie hier mehr zu den Reaktionen auf Israels Attacke In einer Stellungnahme, die Regierungssprecherin Karoline Leavitt verlas, hieß es, eine "einseitige Bombardierung innerhalb Katars als souveränem Staat und engem Verbündeten der Vereinigten Staaten", diene weder Israels noch Amerikas Zielen. Das Land habe sich gemeinsam mit den USA "engagiert und mutig" für den Frieden eingesetzt. Der Präsident wolle, dass der Krieg ende und alle Geiseln aus dem Gazastreifen freigelassen würden. Weißes Haus: USA haben Katar informiert Nach Angaben des Weißen Hauses wurde die US-Regierung vom US-Militär informiert, dass Israel die islamistische Hamas angreifen werde, die sich "leider" in einem Teil von Doha aufhalte. Trump habe darauf seinen Sondergesandten Steve Witkoff angewiesen, Katar über den anstehenden Angriff zu informieren. Leavitt betonte zugleich, dass die Beseitigung der Hamas, die vom Elend der Menschen in Gaza profitiert habe, ein erstrebenswertes Ziel sei. Katar widersprach dieser Darstellung der Ereignisse. Ein US-Regierungsvertreter habe erst in dem Moment in Katar angerufen, als die Explosionen bereits zu hören waren, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari. Der US-Präsident ergänzte später in einem Post auf seiner Plattform Truth Social , dass Witkoff Katar informiert habe. Es sei aber zu spät gewesen, um den Angriff aufzuhalten. Israel: Drohung an die Terroristen Israel schickte hingegen weitere Drohungen an die Hamas. "Die Tage, an denen Terroranführer an irgendeinem Ort der Welt Immunität genossen haben, sind vorbei", sagte Netanjahu. Israels Feinde müssten wissen, dass Juden seit Einrichtung des Staates Israel nicht mehr schutzlos ausgeliefert seien. Der israelische Armeesender berichtete, der Angriff mit dem Codenamen "Feuergipfel" habe der verbliebenen Führungsriege der Islamistenorganisation gegolten. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschäftigt sich am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung mit den israelischen Angriffen in Katar. Die unter anderem von Algerien und Pakistan beantragte Sitzung werde um 15.00 Uhr (Ortszeit, 21.00 Uhr MESZ) beginnen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Diplomatenkreisen.