Die im Luftraum über Polen abgeschossenen Drohnen stammen nach Angaben der polnischen Regierung aus Russland. Auch ein deutsches System war im Einsatz. Die Nato will vorerst noch kein abschließendes Urteil über das Eindringen russischer Drohnen in den Luftraum Polens fällen. Die Prüfung des Vorfalls sei noch im Gange, sagte Generalsekretär Mark Rutte bei einem kurzfristig anberaumten Pressetermin in Brüssel . Das Vorgehen Russlands sei allerdings absolut rücksichtslos – ganz gleich, ob die Luftraumverletzung absichtlich erfolgt sei oder nicht. An die Adresse von Kremlchef Präsident Wladimir Putin gerichtet sagte er, die Luftraumverletzungen müssten aufhören. Er wies dabei darauf hin, dass die Ereignisse in der vergangenen Nacht kein Einzelfall gewesen seien. Reaktionen auf Drohnen in Polen : "Ein ungeheuerlicher Vorgang" Drohnen-Abschuss in Polen: So wahrscheinlich ist jetzt der Nato-Bündnisfall An dem Abwehreinsatz gegen die Luftraumverletzung waren laut Rutte neben polnischen F-16-Kampfjets auch niederländische F-35, italienische Flugzeuge sowie deutsche Patriot-Flugabwehrsysteme beteiligt. Die Patriots seien allerdings nicht tatsächlich abgefeuert worden. Zudem nannte er auch ein Awacs-Spezialflugzeug der Nato zur Luftraumüberwachung sowie militärische Tank- und Transportflugzeuge. 180 Bundeswehrsoldaten in Rzeszów stationiert Neben den deutschen Patriots waren auch deutsche Soldaten an der Luftverteidigung beteiligt. Das erklärte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums der "Bild". Konkret seien die zusammen mit den Patriots in der südostpolnischen Stadt Rzeszów stationierten 180 Bundeswehrsoldaten der Flugabwehreinheit in Alarmbereitschaft versetzt worden. Diese hätten den polnischen und Nato-Kräften Radar-Informationen zur Ortung und Zielerfassung zur Verfügung gestellt. "Ich spreche den Piloten und allen, die zu dieser schnellen und professionellen Reaktion beigetragen haben, meine Anerkennung aus", sagte Rutte. Was man in der Nacht gesehen habe, sei eine sehr erfolgreiche Reaktion der Nato und der Alliierten gewesen. Es habe sich gezeigt, dass man in der Lage sei, jeden Zentimeter Nato-Gebiets zu verteidigen, einschließlich des Luftraums. Zu einer möglichen Aufstockung der Nato-Luftverteidigungskapazitäten in dem Gebiet äußerte sich Rutte zunächst nicht. "Wir werden die Situation entlang unserer Ostflanke genau beobachten, unsere Luftverteidigung ist jederzeit einsatzbereit", sagte der frühere niederländische Regierungschef lediglich.