Der 31-jährige Trump-Aktivist Charlie Kirk ist erschossen worden. Wer war der Mann, den Trump einen "wahrhaften Patrioten" nannte? Charlie Kirk, der bei einer Veranstaltung an der Utah Valley University in Orem im US-Bundesstaat Utah erschossen wurde, war ein einflussreicher Podcaster und rechtskonservativer Studentenaktivist. Er wurde 31 Jahre alt. Kirk organisierte Veranstaltungen an Universitäten und war Mitbegründer und Präsident der Organisation "Turning Point USA" (TPUSA), einer Studierendengruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die konservative Ideologie der MAGA-Bewegung unter die Leute zu bringen. Vor allem junge Leute sollten so für die Agenda der Republikaner und insbesondere Donald Trumps gewonnen werden. Mit ihrer Präsenz an über 3.000 Bildungseinrichtungen im ganzen Land und nach eigenen Angaben 650.000 studentischen Mitgliedern sowie 450 Mitarbeitern entwickelte sich "Turning Point USA" zu einer der größten Jugendaktivistenorganisationen der USA . In sozialen Medien und in seinem Podcast teilte Kirk häufig Clips von Gesprächen mit Studierenden. Es ging darin um trans Menschen, Klimawandel , aber auch um Glauben und Familienwerte. Auch kurz vor den tödlichen Schüssen sprach Kirk über das Thema Transgender und die von rechten Konservativen verbreitete, unbewiesene Behauptung, dass aus dieser Gruppe viele Amokläufer kämen. Auf offener Bühne erschossen: Trump-Unterstützer Charlie Kirk ist tot Ein Zuschauer fragte ihn bei seinem Auftritt in Utah: "Wissen Sie, wie viele trans Amerikaner in den vergangenen zehn Jahren Massenmorde begangen haben?" Kirk sagte knapp: "Zu viele." Derselbe Zuschauer sagte, die Zahl liege bei fünf, und fragte Kirk, ob er wisse, wie viele Amokläufer es in den vergangenen zehn Jahren in Amerika gegeben habe. Kirk fragte zurück: "Zählt man die Gewalt von Banden mit, oder nicht?" Sekunden später war ein Knall zu hören, die Menge schrie auf, als Kirk angeschossen wurde und in seinem Stuhl zurückschnellte. Kirk verließ das College und wurde Aktivist Kirk war der Sohn eines Architekten und wuchs in einem Vorort von Chicago auf. Er besuchte ein College, verließ es aber ohne Abschluss und wandte sich dem politischen Aktivismus zu, wie die britische BBC berichtet. Offenbar hatte er sich bei der renommierten Militärakademie Westpoint beworben, wurde aber abgelehnt. Nachdem Barack Obama zum zweiten Mal zum US-Präsidenten gewählt wurde, engagierte sich Kirk stärker bei TPUSA und trat landesweit auf. Auch bei Veranstaltungen der Tea Party, einer rechtskonservativen Gruppe von Republikanern. Der 31-Jährige schrieb 2020 außerdem ein Buch mit dem Titel "Die MAGA-Doktrin", das zu einem Bestseller wurde und Trumps Weg an die Macht beschreibt. Bei einer Veranstaltung im britischen Oxford forderte Kirk dazu auf, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. "Es sollte erlaubt sein, auch unerhörte Dinge sagen zu dürfen". Und das tat er selbst bei seinen öffentlichen Auftritten. So machte er sich für Massenabschiebungen stark, forderte die Rückkehr zur (weißen) Kernfamilie und deklarierte den Kampf zwischen Republikanern und Demokraten in den USA zur apokalyptischen Entscheidungsschlacht. Erste Reaktionen auf das Attentat lassen Schlimmes befürchten Laut BBC war Kirk auch bei der Amtseinführung von Donald Trump zugegen und auch danach ein gern gesehener Gast im Weißen Haus. Offenbar schätzte Trump Kirks Draht zu jungen, konservativen Menschen, die den Nachwuchs für die MAGA-Bewegung bilden können. Trump trat im vergangenen Jahr auch bei einer Veranstaltung von TPUSA in Arizona auf. Als Präsidentensohn Donald Trump Jr. Anfang des Jahres nach Grönland reiste, war Charlie Kirk Teil der Reisegruppe der US-Regierung. Donald Trump hatte zuvor angedeutet, Grönland zu einem weiteren Staat der USA machen zu wollen. Trump unterstützte den Jugendaktivisten Für Dezember hatten Kirk und seine TPUSA ihre jährliche Großveranstaltung "Americafest" geplant. Auf dieser sollten auch der Rechtspopulist Steve Bannon, Donald Trump Jr. und der rechtskonservative Podcaster Tucker Carlson sprechen. Kirk selbst beschrieb TPUSA als die "größte konservative Bewegung". Seine christliche Religion und seine Familie – er heiratete eine ehemalige Miss Arizona, mit der er zwei Kinder hat – bildeten wie bei vielen rechtskonservativen US-Politikern die Basis für seinen Aktivismus. Die vielleicht größte Würdigung seines Beitrags zur Politik der Republikaner kam von Trump selbst in einem Clip, der zu Beginn von Kirks Podcast abgespielt wurde. Der Präsident sagt: "Ich möchte Charlie danken, er ist ein unglaublicher Mensch, sein Geist, seine Liebe zu diesem Land, er hat Erstaunliches geleistet und eine der mächtigsten Jugendorganisationen aufgebaut, die je geschaffen wurden." Wie verbunden Trump mit Kirk war, zeigte der US-Präsident kurze Zeit nach Bekanntwerden des Todes des Aktivisten. Er ordnete Trauerbeflaggung an. "Zu Ehren von Charlie Kirk, einem wahrhaft großen amerikanischen Patrioten, ordne ich an, dass alle amerikanischen Flaggen in den Vereinigten Staaten bis Sonntagabend um 18 Uhr auf Halbmast gesetzt werden", schrieb der Präsident auf seinem Onlinedienst Truth Social .