Charlie Kirk wurde bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Utah ermordet. Wer war der rechte Influencer, der Millionen Jugendliche in den USA faszinierte? Der bekannte rechtskonservative US-Aktivist Charlie Kirk und Anhänger von Donald Trump ist kurz nach einem Attentat an einer Universität im US-Bundesstaat Utah gestorben. Der US-Präsident ordnete Trauerbeflaggung an. Der 31-jährige Kirk wurde in Arlington Heights, einem Vorort Chicagos, geboren. Seine Mutter war Psychologin, sein Vater Architekt. Schon als Jugendlicher interessierte sich Kirk für rechtskonservative Ideen. So schrieb er früh für Steve Bannons Portal "Breitbart" und trat als 19-Jähriger im Trump-treuen Sender Fox News auf. Kirk war mehr als nur ein konservativer Provokateur. Als Mitgründer und Vorsitzender der Jugendorganisation "Turning Point USA" war er eine der einflussreichsten Stimmen der amerikanischen Rechten. Er füllte ganze Hallen mit Anhängern, tausende hörten ihm gebannt zu, wie auf dem Universitäts-Campus in Utah. Kirk war gegen gesellschaftliche Minderheiten Seinen Kanälen in den sozialen Medien folgten Millionen vorwiegend junger Menschen. Der 31-Jährige schrieb 2020 auch ein Buch mit dem Titel "Die MAGA-Doktrin", das zu einem Bestseller wurde und Trumps Weg an die Macht beschreibt. Die "New York Times" bezeichnete den Uni-Abbrecher einmal als den "Einflüsterer der Jugend", der es wie sonst kaum ein Protagonist der MAGA-Bewegung schaffte, High-School- und College-Studenten, vor allem junge, weiße Männer in seinen Bann zu ziehen. Dabei bediente er sich scharfer Rhetorik, immer in Abgrenzung zum politischen Gegner: Demokraten, Liberale und gesellschaftliche Minderheiten. Bei einer Veranstaltung im britischen Oxford forderte Kirk dazu auf, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. "Es sollte erlaubt sein, auch unerhörte Dinge sagen zu dürfen." Und das tat er selbst bei seinen öffentlichen Auftritten. So machte er sich für Massenabschiebungen stark, forderte die Rückkehr zur (weißen) Kernfamilie und deklarierte den Kampf zwischen Republikanern und Demokraten in den USA zur apokalyptischen Entscheidungsschlacht. "Turning Point USA": Wie gemeinnützig war die Organisation? Für ihn selbst zahlte sich das Engagement bei "Turning Point USA" aus. Er wurde nicht nur eine der bekanntesten rechten Stimmen Amerikas, sondern auch reich. Da "Turning Point USA" schon früh als Non-Profit-Organisation anerkannt wurde, demzufolge von der Steuer befreit war, und zugleich von großzügigen Spenden aus dem republikanischen Lager profitierte, wuchsen die Einnahmen ständig. Im Jahr 2023 rechnete die Nachrichtenagentur AP aus, dass "Turning Point USA" bislang schon mehr als 250 Millionen Dollar eingesammelt hat. Damit wurden unter anderem rechte Influencer, aber auch schillernde Events der MAGA-Bewegung finanziert. Wie gemeinnützig die Organisation wirklich war, ist fraglich. "Jeder Spender, der glaubt, dass eine Organisation 108 Millionen Dollar für eine Wahlkampagne in drei Bundesstaaten benötigt, wird ausgenutzt", sagte Erick Erickson, ein konservativer Talkradio-Moderator und Trump-Kritiker gegenüber AP. "Das klingt nach Betrug." Verheiratet mit einem ehemaligen Model Von dem gesammelten Geld sollen auch Kirk und mit ihm befreundete Unternehmer profitiert haben. Der 31-Jährige selbst lebte mit seiner Familie auf einem pompösen Anwesen im spanischen Hacienda-Stil in der Nähe von Scottsdale, im US-Bundesstaat Arizona. Vor zwei Jahren wollte er das Anwesen Berichten zufolge wohl veräußern. Kostenpunkt damals: 6,5 Millionen Dollar. Kirk war seit 2021 mit seiner Frau Erika verheiratet. Die beiden haben einen einjährigen Sohn und eine dreijährige Tochter. Kennengelernt haben sie sich im Jahr 2019 in New York City, die Heirat erfolgte zwei Jahre später. Über ihr Leben informierten die beiden auch regelmäßig in sozialen Medien. Erika, geborene Frantzve, ist ein ehemaliges Model und Miss Arizona 2012. Sie hält einen Master in Bibelstudien von der christlich-konservativen Liberty-Universität, wie US-Medien berichten. Dazu trat sie als Gründerin der christlichen Organisation "Proclaim", eines wöchentlichen Podcasts und weiterer Nonprofit-Organisationen in Erscheinung. Sie begleitete ihren Mann auch regelmäßig zu Veranstaltungen, wenn dieser als Redner auftrat.