Kleinvieh macht auch Rendite: Schon minimale Unterschiede bei den Gebühren eines ETFs können über Jahrzehnte mehrere zehntausend Euro bedeuten. Die Wahl des richtigen Produkts ist daher von entscheidender Bedeutung. ETFs gelten als eine der einfachsten und vernünftigsten Arten, sein Geld zu investieren. Statt Aktien eines einzelnen Unternehmens zu kaufen, verteilt ein Exchange Traded Fund das Geld automatisch auf Hunderte oder sogar Tausende von Aktien. So können Anleger mit nur einem Produkt breit gestreut investieren – in eine ganze Branche, eine Region oder sogar die Weltwirtschaft. Wie ETFs aufgebaut sind ETFs orientieren sich immer an einem Index, also einer festgelegten Liste von Unternehmen. Diese Indizes werden nicht von den ETF-Anbietern selbst zusammengestellt, sondern von unabhängigen Experten wie MSCI oder FTSE Russell. Sie definieren genau, welche Unternehmen enthalten sind und wie stark sie gewichtet werden. Ein Beispiel: Der FTSE-All-World-Index enthält mehr als 4.200 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Große Konzerne wie Apple oder SAP haben darin mehr Gewicht, kleinere Unternehmen entsprechend weniger. ETF-Anbieter wie Vanguard orientieren sich daran. Sie kaufen die Aktien so, dass ihr Vanguard FTSE All-World UCITS ETF diesen Index möglichst genau abbildet. Kleine Abweichungen sind möglich. Für Anleger bedeutet das: Die Zusammensetzung eines ETFs folgt klaren Regeln und wird regelmäßig an den Markt angepasst. Schwache Unternehmen verlassen die Indizes, starke kommen dazu. Und welcher ETF ist der beste? Wer sich für einen ETF entscheiden möchte, sieht sich am Markt einem riesigen Angebot gegenüber. Den "Besten" kennt niemand. Welche Trends und Märkte in den nächsten Jahren am stärksten nachgefragt werden, bleibt Spekulation. Anleger müssen deshalb mit dem heutigen Wissen und selbst gesteckten Kriterien eine Auswahl treffen. Eine Checkliste möglicher Indikatoren: Schwarmintelligenz: Die Welt vertraut auf die Welt. Tatsächlich gehören World-ETFs bei privaten Anlegern zu den beliebtesten Anlageformen. Ebenfalls sehr beliebt sind auf dem S&P 500 oder dem NASDAQ basierende Indizes. Trendthemen/-regionen: Nachhaltigkeit, saubere Energie und künstliche Intelligenz sind einige der Themen, die in den nächsten Jahren eine weiter wachsende Rolle spielen könnten. Zu jedem Thema lassen sich entsprechende ETFs finden, die einen genaueren Blick wert sind. Persönliche Interessen und Überzeugungen: Für viele Menschen ist es leichter, in ein Thema zu investieren, dem man sich verbunden fühlt. Das können zum Beispiel Technologie, Nachhaltigkeit oder Schwellenländer sein. Vergangene Performance: Haben Sie einen interessanten ETF gefunden, schauen Sie sich seine Performance der letzten Jahre an. Meistens gibt es die Indizes zu den ETFs schon wesentlich länger. Für ausführlichere Daten schauen Sie sich die Performance des Index an. So gibt es etwa den S&P-500-Index schon seit 1996. Er fasst die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA zusammen und stieg seit seinem Bestehen um 750 Prozent. Allein in den letzten fünf Jahren waren es rund 94 Prozent. Kosten: Jeder ETF kommt mit individuellen Kosten. Je spezieller das Thema, desto höher können die Kosten sein. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie mehr zu allen Kosten, die für den Kauf eines ETFs ausschlaggebend sind. Besonders beliebt sind All-World-ETFs. Sie verteilen das Geld auf die erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Es gibt zahlreiche ETF-Anbieter, die einen All-World-Index verfolgen und die erzielten Renditen sind ähnlich. Für Privatanleger lohnt sich deshalb ein Vergleich mit Blick aufs Kleingedruckte. Die regelmäßigen Gebühren können sehr unterschiedlich ausfallen und die Gesamtrendite massiv beeinflussen. Managementgebühr TER: große Schwankungen zwischen Anbietern Die Total Expense Ratio gibt an, wie hoch die jährlichen Verwaltungskosten des ETFs sind. Sie wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen. Rechenbeispiel: So viel Unterschied machen 0,1 Prozent jährlich Ausgabeaufschlag: Handelskosten: Gebühren, die beim Kauf oder Verkauf des ETFs anfallen. Diese variieren je nach Broker. Spreads: Die Differenz zwischen An- und Verkaufskursen des ETFs. Bei ETFs mit hohem Handelsvolumen sind die Spreads meist geringer. Steuern: Auf diesen Teil der Kosten haben Sie keinen Einfluss, interessant ist die Steuerthematik trotzdem. ETFs unterliegen (bei mindestens 51 Prozent Aktieninhalt) einer steuerlichen Teilfreistellung von 30 Prozent. Hat der ETF 1000 Euro Gewinn erwirtschaftet, werden 300 Euro davon in Deutschland nicht besteuert. Von den verbleibenden 700 Euro werden 25 Prozent Kapitalertragssteuer + Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer abgezogen. Nicht nur die Kosten entscheiden über die Wahl des Anbieters. Schauen Sie auch auf die Fondgröße und das Alter.