Auch die deutsche Autoindustrie diskutiert wieder über das geplante Verbrenner-Aus. Die Chefs zwei großer Automarken haben stark auseinandergehende Meinungen. In der deutschen Autoindustrie herrscht Uneinigkeit, ob die Bundesregierung sich für einen Stopp des geplanten Verbrenner-Aus 2035 einsetzen soll. Audi-Chef Gernot Döllner distanzierte sich so zu Beginn der Automesse IAA im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche" (WiWo) von einem Vorstoß von Mercedes-Chef Ola Källenius . Er erklärte: "Auch abgesehen vom Klimaschutz ist das Elektroauto einfach die bessere Technologie." Die wieder angefachte Debatte über das Verbrenner-Verbot nannte er "kontraproduktiv" – sie würde nur die Kunden verunsichern. Auch für die Industrie sei vor allem Planungssicherheit mit "verlässlichen, langfristigen Rahmenbedingungen" wichtig. Generell sieht er die deutschen Autobauer in der Pflicht: "Wir als Industrie sind gut beraten, unsere Hausaufgaben zu machen." Umfrage zur Verbrenner-Debatte: Deutsche mit klarer Haltung zu Verbrenner-Aus "Verantwortungslos": Es hagelt Kritik zum Verbrenner-Vorstoß Mercedes-Chef Ola Källenius hatte zuvor in der "Welt am Sonntag" erklärt, dass "Hybride und Hightech-Verbrenner" Teil der Lösung bleiben sollten. Er forderte "mehr Flexibilität" – sonst würden "Akzeptanz und Arbeitsplätze" riskiert werden. Zudem sprach er sich für staatliche Zuschüsse aus, etwa beim Strompreis . EU-Vertreter treffen sich mit der Industrie Gegen letztere Forderung stellte sich auch BMW-Finanzvorstand Walter Mertl. Er erklärte der "WiWo": "Kein Staat kann ein Produkt wie Autos dauerhaft so stark subventionieren, dass es wettbewerbsfähig bleibt." Zu denken, dass Subventionen die Unternehmen retten könne, sei ein "Trugschluss". In der Europäischen Union sollen ab dem 1. Januar 2035 keine neuen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mehr zugelassen werden, die Benzin oder Diesel verbrennen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für den Freitag in Brüssel zu einem Treffen mit Vertretern der europäischen Automobilindustrie geladen – für einen "strategischen Dialog". Bei den Gesprächen soll es nach Angaben des europäischen Herstellerverbands Acea unter anderem um das Erreichen der Klimaziele der EU gehen. Auch in der Bundesregierung hält der Streit um die Position zum kommenden Verbrenner-Aus an. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jakob Blankenburg, sagte dem Portal "The Pioneer": "Wir halten am Verbrenner-Aus 2035 fest." Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke widersprach ihm im Gespräch mit dem Portal: "Unsere Interpretation von Technologieoffenheit ist so, dass wir das Verbrenner-Verbot revidieren."