Am Sonntag sollte die legendäre Vuelta a España in Madrid ein Ende finden. Doch das Fahrerfeld sollte die Hauptstadt gar nicht erst erreichen. Die Schlussetappe der 80. Spanien-Rundfahrt ist aufgrund der anhaltenden Proteste pro-palästinensischer Demonstranten in Madrid vorzeitig abgebrochen worden. Das gaben die Organisatoren der Vuelta am Sonntagabend bekannt, das Feld befand sich zu diesem Zeitpunkt noch 56 Kilometer vor dem Ziel. Einige Fahrer versuchten, um die Demonstranten herumzufahren. Ein Profi wurde von einer Demonstrantin festgehalten. Auch an anderen Stellen der Strecke waren große Gruppen zu sehen, die protestierten. Aktivisten hatten zuvor die Strecke in der spanischen Hauptstadt besetzt. Die Proteste sind ein zentrales Thema der diesjährigen Spanien-Rundfahrt. Sie beziehen sich auf das Vorgehen von Israel im Gazastreifen . Die Demonstranten kritisieren auch das Team Israel-Premier Tech, das mittlerweile auf die Nennung von "Israel" auf seinen Trikots verzichtet. Ein Einzelzeitfahren war aus Sicherheitsgründen verkürzt worden. Bei mehreren Rennen wurden Fahrer gestört oder die Zieleinfahrt erschwert. Der Gesamtführende Jonas Vingegaard aus Dänemark hatte bereits vor anderthalb Wochen scharfe Kritik an dem Vorgehen der Demonstranten geäußert. "Es ist eine große Schande. Ich hätte die Etappe gewinnen können. Die Polizei hat einen guten Job gemacht. Als wir das erste Mal die Ziellinie passiert haben, haben wir schon gesehen, was da los ist", hatte er nach der elften Etappe beim TV-Sender Eurosport gesagt. Die Organisatoren sollten die Lage nicht mehr in den Griff bekommen, was nun zum Abbruch führte.