Donald Trump hat eine alte Forderung erneuert. Die USA sollen wieder Zugang zum einst wichtigsten Luftwaffenstützpunkt in Afghanistan erhalten. Was dahinter steckt. Donald Trump hat erklärt, die USA wollen den Luftwaffenstützpunkt Bagram in Afghanistan zurückbekommen. "Wir versuchen übrigens, ihn zurückzubekommen. Wir wollen diesen Stützpunkt zurück", sagte der Präsident am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in London . Bagram liegt rund 40 Kilometer nördlich von Kabul und war über Jahrzehnte hinweg ein Symbol ausländischer Militärpräsenz in Afghanistan. Die Basis wurde in den 1950er-Jahren mit US-Hilfe gebaut und in den 1980er-Jahren von sowjetischen Truppen genutzt. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 bauten die USA den Standort massiv aus. Newsblog : Alle aktuellen Nachrichten über Donald Trump und die USA Late-Night-Star Kimmel gefeuert : Jetzt hört der Spaß auf Die Bagram-Militärbasis in Afghanistan Bagram entwickelte sich zum Herzstück der US-geführten Militäroperationen im Land. Sie bot Platz für bis zu 10.000 Soldaten, hat zwei Start- und Landebahnen und ein Gefangenenlager, das wegen Misshandlungen und Foltervorwürfen international umstritten war. Auch die Bundeswehr nutzte Bagram zeitweise – vor allem für logistische Abläufe und medizinische Evakuierungen –, wenngleich ihr Hauptkontingent im Norden in Masar-i-Scharif stationiert war. In Spitzenzeiten hielten sich auf der Basis bis zu 40.000 Menschen auf, darunter auch zivile Kräfte und afghanische Arbeiter. Am 1. Juli 2021 gaben die USA Bagram im Zuge des vereinbarten Truppenabzugs über Nacht auf – ohne ihre afghanischen Verbündeten vorher zu informieren. Wochen später brach die damalige Regierung unter Präsident Aschraf Ghani zusammen, die Taliban übernahmen die Macht. Alte Basis, neue Begründungen Trump, der selbst das Abzugsabkommen mit den Taliban unterzeichnet hatte, wirft seinem Nachfolger Joe Biden vor, mit dem vollständigen Rückzug die Kontrolle über Bagram und Milliardenwerte an Waffen den Islamisten überlassen zu haben. Seit seinem Amtsantritt hat Trump bereits mehrfach die Rückgabe Bagrams gefordert. Bei der Pressekonferenz mit Keir Starmer wiederholte er seinen Grund dafür: "Wir wollen Bagram nicht wegen Afghanistan, sondern wegen China wieder haben, weil es nur eine Stunde entfernt von dem Ort ist, an dem China seine Atomwaffen baut". Die Taliban haben den Stützpunkt seit ihrer Machtübernahme zu einem Symbol ihrer Herrschaft gemacht. Im August 2024 marschierten sie dort bei einer Militärparade auf, begleitet von Diplomaten aus China und dem Iran . Trump behauptet, die Anlage sei inzwischen unter chinesischem Einfluss, eine Darstellung, die die Taliban zurückweisen. Sprecher Sabihullah Mujahid erklärte: "Es gibt keinen einzigen bewaffneten Chinesen hier." Die Debatte um den Stützpunkt reiht sich in eine größere Linie von Trumps Forderungen ein. Immer wieder hatte er neben Bagram auch andere geopolitisch relevante Orte ins Spiel gebracht – darunter Grönland und den Panamakanal . In allen Fällen betont er, die USA müssten ihre strategische Position gegenüber Rivalen wie China oder Russland stärken. Ob die Vereinigten Staaten den Stützpunkt Bagram tatsächlich zurückerhalten können, ist höchst ungewiss. Die Taliban haben eine Rückkehr ausländischer Truppen kategorisch ausgeschlossen.