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Autozulieferer Aumovio startet mit Kursplus an der Börse

Contis Autozuliefergeschäft gilt als Sorgenkind. Als eigenständiges Unternehmen soll es nun deutlich besser laufen. Der Börsenstart ist gelungen. Continental ist bei der Neuaufstellung des Konzerns einen guten Schritt vorangekommen: Die Abspaltung der bisherigen Tochter Aumovio ist vollzogen. Der erste Kurs des Autozulieferers an der Börse betrug 35 Euro, zu Handelsschluss waren es 38,62 Euro. Conti-Anteilsscheine gingen mit einem Plus von 4,5 Prozent aus dem Handel. Aus Sicht der Anleger ging es damit im Vergleich zum Vortagesschluss wertmäßig nach oben: Beide Aktien im Verhältnis kombiniert, lag der Kurs nach Handelsende bei 76,25 Euro und damit über dem Xetra-Schlusskurs vom Vortag, der 72,98 Euro betragen hatte. Je Conti-Papier bekamen die Aktionäre eine halbe Aumovio-Aktie automatisch ins Depot gebucht. Anleger hielten daher Anteile von beiden Unternehmen. Als Auswirkung der Abspaltung hatte der Dax am Donnerstag kurzzeitig 41 statt 40 Mitglieder. Damit soll die Abbildbarkeit des Dax für Anleger gewährleistet werden. Mit Handelsschluss wird Aumovio dann wieder aus dem Dax genommen. Im Angebot hat das neue Unternehmen Aumovio mit Sitz in Frankfurt unter anderem Bremsen, Fahrwerke, Fahrzeugelektronik, Infotainment-Lösungen, Sensoren sowie Komponenten für das assistierte und automatisierte Fahren. Bislang zählt der Bereich rund 92.000 Beschäftigte - fast die Hälfte der Conti-Beschäftigten. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 19,4 Milliarden Euro. Der Börsengang von Aumovio reiht sich ein in den tiefgreifenden Umbau von Continental. Auch von der Kunststofftechniksparte Contitech will sich der Konzern trennen. 2021 hatten die Hannoveraner bereits die Antriebssparte Vitesco abgespalten. Letztlich soll nur das Reifengeschäft im Unternehmen bleiben. Conti-Chef Nikolai Setzer spricht von der "bisher tiefgreifendsten Neuaufstellung" in der Unternehmensgeschichte. So sollen "neue Kräfte" freigesetzt werden. Contis Autozuliefergeschäft schrieb in den vergangenen Jahren immer wieder rote Zahlen. Zuletzt hatte der nach Umsatz ehemals größte Konzernteil aber etwas mehr verdient. Der Umsatz sackte im zweiten Quartal wegen der stockenden Autoproduktion zwar um fünf Prozent ab, doch blieb davon mehr als Gewinn hängen. Zu verdanken ist das Kostensenkungen und Preiserhöhungen. Der Sparkurs wurde zuletzt noch einmal verschärft. Mehr als 10.000 Stellen fallen weg, jeweils rund zur Hälfte in der Verwaltung sowie in Forschung und Entwicklung.

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