Der frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hat einen Abschluss in Jura. Dreizehn Jahre nach Studienbeginn, wie sie selbstkritisch anmerkt. Zum Abschluss gab's Blumen: Ricarda Lang zeigte sich am Mittwoch strahlend vor dem Gebäude der Berliner Humboldt-Universität. Die ehemalige Grünen-Vorsitzende konnte sich über ihren Studienabschluss freuen: Bachelor of Laws. Die politische Karriere hatte Lang aus dem Hörsaal getrieben. Erst war sie von 2017 an Sprecherin der Grünen-Jugend, dann zog sie in den Bundestag ein. Schließlich führte sie zwischen 2022 und 2024 die Bundespartei Bündnis 90/Die Grünen. Lang gibt sich deshalb durchaus selbstironisch. Ihr Abschlussexamen erfolge dreizehn Jahre nach Beginn des Studiums. Teufel und Huber gehen den umgekehrten Weg Politik und Studium ist nicht immer einfach zu verbinden. Das kennen auch andere: Der ehemalige SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert ließ sein Studium wegen der Parteikarriere ruhen. Joschka Fischer schaffte es ohne Studium zum Außenminister. Doch es gibt auch den umgekehrten Weg der späten Berufung an die Universität. Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) machte erst eine Verwaltungslehre. Er nahm erst nach seiner politischen Karriere ein Studium auf. Der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber absolvierte ebenfalls eine Lehre in der Verwaltung. Parallel zur Arbeit in der Finanzverwaltung studierte er Volkswirtschaft . Nach dem Abschied aus der Politik nahm Huber noch ein Studium der Philosophie auf. Mit Erfolg. "Ernsthaft studieren heißt, Prüfungen abzulegen und wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben, sonst bleibt nichts hängen", sagte Huber im vergangenen Monat dem "Straubinger Tagblatt". Es sei eine tolle Erfahrung gewesen, mit jungen Leuten zusammen lernen zu dürfen. "Mein Respekt vor der Jugend ist stark gewachsen."