Wegen anhaltender Drohungen stellt eine weltbekannte Marke eine Forderung an Israels Fußballverband. Dieser reagiert vehement. Dann rudert die Firma zurück. Der US-Sportartikelhersteller Reebok hat nach Angaben des israelischen Fußballverbands eine Entscheidung, die Zusammenarbeit mit der Nationalmannschaft zu beenden, wieder zurückgezogen. Ein Sprecher teilte mit, dies sei das Ergebnis eines Gesprächs des Verbandsvorsitzenden Shino Zuaretz mit Reebok und dem örtlichen Lizenznehmer. "Das Logo des Unternehmens wird weiterhin auf den Trikots der Nationalmannschaften bei internationalen Spielen erscheinen, wie bisher", sagte der Sprecher. Zuvor gab es von Verbandsseiten öffentlich scharfe Kritik an Reebok. Nach Angaben des Verbandes hatte der US-Sportartikelhersteller darum gebeten, das Reebok-Logo nicht mehr auf den Trikots der israelischen Nationalmannschaft zu zeigen. In einer Mitteilung zeigte sich der israelische Verband daher verärgert: "Wir bedauern, dass die internationale Firma Reebok offenbar beschlossen hat, sich peinlichen, völlig irrelevanten Boykottdrohungen zu beugen." Gemeint ist offenbar die BDS-Bewegung, die unter anderem zum Boykott israelischer Produkte sowie zur Vermeidung jeglicher Zusammenarbeit mit Israel im Bereich Kultur, Sport oder Wissenschaft aufruft. Das Nachrichtenportal "ynet" berichtete, dass Reebok auf entsprechende BDS-Drohungen reagiert habe. Die Firma stattet die israelische Nationalmannschaft seit 2025 aus. Der Deutsche Bundestag hatte die BDS-Bewegung 2019 in einem Beschluss als antisemitisch eingestuft. "Werden alle Möglichkeiten prüfen" Der israelische Verband hatte weiter angekündigt, juristische Schritte zu prüfen. "Es gibt klare Gesetze gegen Boykotte, und wir werden alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten prüfen", hieß es. Um dem Ausrüster keinen Schaden zuzufügen, werde man das Reebok-Logo zwar entfernen, die Trikots jedoch weiterhin nutzen. Der Verband zeigte sich zuversichtlich, bald einen neuen Sponsor zu finden, der "mutig und fair" sei. Nun aber werden weitere Schritte durch die neuerliche Reebok-Entscheidung wohl hinfällig. Im Kontext des andauernden Gaza-Krieges wächst die internationale Kritik an Israels Vorgehen – auch in sportlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Bereichen.