Kanzler Merz und Dutzende deutsche Unternehmen haben im Juli die Initiative "Made for Germany" ins Leben gerufen. Jetzt schließen sich weitere Firmen an – und versprechen zusätzliche Milliarden. Die Unternehmensinitiative "Made for Germany" will bis 2028 rund 735 Milliarden Euro am Standort Deutschland investieren. Seit der offiziellen Ankündigung im Juli hätten sich weitere 44 Unternehmen angeschlossen, wie die Initiative in Berlin mitteilte. Damit zähle man nun 105 Mitglieder, darunter weitere mittelständische und internationale Unternehmen sowie Start-ups. "Die Unternehmen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und entschlossen zu handeln, um einen Beitrag zur Wachstumswende zu leisten", teilte das Bündnis zum Start der Kabinettsklausur der Bundesregierung auf der Villa Borsig am Dienstag weiter mit. Bei dem Treffen in Berlin berät die Ministerrunde über die Themen Wettbewerbsfähigkeit und Staatsmodernisierung. Konjunkturprognose: 2026 stärkeres Wachstum erwartet – Wirtschaft vor Aufschwung Unternehmer klagen an: Die größte Belastung für Deutschlands Wirtschaft Merz will Wirtschaft ankurbeln – Grüne fordern Sofortmaßnahmen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte am Dienstag vor den Beratungen: "Wir setzen alles daran, dass die deutsche Wirtschaft wieder Tritt fasst und dass sie wieder auf Wachstumskurs kommt, dass der deutsche Standort wieder attraktiv genug wird für Investitionen." Die Grünen forderten vom Kanzler Sofortmaßnahmen zur Stützung der deutschen Wirtschaft. "Die Nachrichten aus der Wirtschaft sind alarmierend", sagte die Co-Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Katharina Dröge, der Nachrichtenagentur Reuters. Große Unternehmen kündigten Entlassungen an, und der Mittelstand warne vor einer Krise. Dröge warf dem Kanzler vor, die Lage der Wirtschaft nicht ernst zu nehmen und die Wirtschaftspolitik in Kommissionen und Gesprächsrunden zu vertagen. "Es ist Zeit dafür, dass Merz endlich handelt", sagte Dröge. Nötig sei ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen. Konkret forderte Dröge, die Energiepreise für alle Unternehmen zu senken. Dazu solle die Stromsteuer auch für kleine Firmen abgesenkt werden und die Industrie durch einen Industriestrompreis Verlässlichkeit erhalten. Zudem müssten die Mittel aus dem schuldenfinanzierten Sonderetat für Infrastruktur und Klimaneutralität vollständig in zusätzliche Investitionen fließen. Initiative "Made for Germany" fordert auch Reformen Beim ersten Treffen der Initiative "Made for Germany" im Kanzleramt im Juli hatte Merz den Schulterschluss mit Top-Managern gesucht und von einer der größten Investitionsinitiativen der vergangenen Jahrzehnte gesprochen. Damals hatten die Unternehmen bis 2028 Investitionen von mindestens 631 Milliarden Euro in Deutschland in Aussicht gestellt, aber zugleich Reformen gefordert. Schon damals blieb aber unklar, wie viel genau davon auf neue, über bisher bereits geplante Investitionen hinaus entfällt. Die erhöhte Summe von 735 Milliarden Euro umfasse sowohl bereits geplante als auch neue Kapitalinvestitionen, Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Zusagen internationaler Investoren, hieß es nun. Ein "dreistelliger Milliardenbetrag" entfalle auf Neuinvestitionen, betonte die Initiative, die unter anderem von Siemens und der Deutschen Bank angestoßen worden war.