Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um das Witwengeld für Beamte. Wenn der Ehemann oder die Ehefrau stirbt, wird der hinterbliebene Ehepartner grundsätzlich abgesichert. Gesetzlich versicherte Angestellte erhalten dann eine Hinterbliebenenrente, bei Beamten nennt sie sich Hinterbliebenenversorgung . Diese Leistung wird gezahlt, da man davon ausgeht, dass die Ehepartner sich zuvor gemeinsam finanziell unterstützt haben und der Verlust des Partnereinkommens ein Existenzrisiko darstellen kann. Ein t-online-Leser wollte wissen, ob sich eine Trennung auf diese Hinterbliebenenversorgung auswirkt: Erhält die Ehefrau eines Beamten, auch wenn sie getrennt gelebt haben, nach dessen Tod die Witwenrente ? Witwengeld gibt es auch nach einer Trennung Die Antwort ist grundsätzlich ja, solange die Eheleute nicht rechtskräftig geschieden waren und die Ehe zuvor mindestens ein Jahr gedauert hat. Anspruch auf Witwengeld gibt es außerdem nur dann, wenn die Ehe vor dem Ruhestand des verstorbenen Beamten geschlossen wurde bzw. der Beamte noch keine 65 Jahre alt war. Im Todesfall eines Beamten erhalten die Hinterbliebenen eine finanzielle Unterstützung in mehreren Stufen: Im Sterbemonat erhalten die Erben die regulären Bezüge des Verstorbenen. Direkt zum Todeszeitpunkt erhalten überlebende Ehepartner ein einmaliges Sterbegeld in doppelter Höhe der Bezüge oder der Pension. Heißt also: Wenn die Pension des Verstorbenen 2.000 Euro monatlich betrug, erhält der Ehepartner einmalig 4.000 Euro als Sterbegeld. Gibt es keinen anspruchsberechtigten Ehepartner, kann das Sterbegeld unter Umständen an die Kinder des Verstorbenen ausgezahlt werden. Anschließend erhalten hinterbliebene Ehepartner das Witwengeld: Dieses gibt es, wenn der verstorbene Beamte mindestens fünf Jahre im Staatsdienst tätig war und die Ehe mindestens ein Jahr vor dem Tod geschlossen wurde. Es beträgt 55 Prozent (bei Ehen, die vor dem 01.01.2002 geschlossen wurden, sind es 60 Prozent) der Pension, die der Beamte erhalten hat oder hätte, wenn er am Todestag in Rente gegangen wäre. Bei einer Pension von 2.000 Euro erhält der Ehepartner also 1.100 Euro monatlich bis an sein Lebensende. Wenn die Ehepartner vor dem Tod getrennt gelebt haben, aber nicht rechtskräftig geschieden – und ansonsten alle Bedingungen erfüllt sind – dann erhält der hinterbliebene Ehepartner trotzdem das Witwengeld in voller Höhe. Sind die Partner rechtskräftig geschieden, und der Verstorbene hat vor seinem Tod noch Unterhalt an den Ex-Partner gezahlt, dann kann dieser Ex-Partner unter Umständen doch eine Hinterbliebenenversorgung erhalten. Diese wird aber nicht gleich bewertet wie das Witwengeld. Die Details kommen auf den Einzelfall an. Frag t-online: Entscheidet mein Gehalt, ob ich Witwengeld bekomme? Lesen Sie auch: Hinterbliebenenversorgung – Was Witwen von Beamten zusteht Besonderheiten beim Witwengeld für Beamte In einigen Bundesländern gibt es noch Besonderheiten und Sonderregeln, die beachtet werden müssen. In manchen Ländern wird das Witwengeld gekürzt, wenn die Ehepartner einen Altersunterschied von 20 Jahren oder mehr haben. Grundsätzlich kein Anspruch auf Witwengeld besteht, wenn die Ehe erst nach Eintritt in den Ruhestand geschlossen wurde oder der Beamte bei der Heirat die Regelaltersgrenze schon erreicht hat. Allerdings ist es dann möglich, dass der Hinterbliebene stattdessen Unterhaltsbeiträge erhält. Die Höhe ist dann ähnlich hoch wie beim regulären Witwengeld, aber das Geld wird auf das Einkommen des Hinterbliebenen angerechnet und gegebenenfalls gekürzt. In den meisten Bundesländern endet die Zahlung des Witwengeldes im Falle einer Wiederheirat. Dann gibt es noch eine einmalige Summe, die sogenannte Witwenabfindung. Sie entspricht dem 24-fachen des Witwengeldes, das die Person im Monat der Heirat erhalten hätte. Also: Wenn das Witwengeld 1.100 Euro monatlich betragen hat, dann erhält die Witwe im Monat ihrer Wiederheirat einmalig 26.400 Euro. Diese Regelung gilt auch für gesetzlich Versicherte.