Donald Trump hat "die Antifa" verboten. Auch hierzulande streben Rechte ein Verbot an – doch was genau das beinhalten soll, ist völlig unklar. Nach dem Attentat auf den rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk verschärft US-Präsident Donald Trump seine Rhetorik gegen linke Bewegungen. In mehreren Online-Beiträgen kündigte Trump an, die Antifa in den Vereinigten Staaten als "bedeutende terroristische Organisation" einstufen zu lassen. Eine rechtliche Grundlage gibt es dafür allerdings nicht. Zwar sehen FBI und US-Heimatschutzministerium in der Bewegung ein potenzielles Risiko für Gewalt, halten aber eine formelle Terror-Einstufung für kaum möglich. Der Grund: "Die Antifa" gibt es nicht. Sie ist keine klar strukturierte Organisation, sondern ein loses Netzwerk aus Gruppen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen Aktionsformen. Niederlande: Parlament stimmt für "Antifa"-Verbot Verbot erlassen: Trump-Regierung erlässt umstrittene Anordnung t-online beantwortet die wichtigsten Fragen zur antifaschistischen Bewegung. Was bedeutet Antifa überhaupt? Die Antifa geht auf antifaschistische Bewegungen der 1920er- und 1930er-Jahre zurück. 1932 wurde die "Antifaschistische Aktion" von der Kommunistischen Partei Deutschlands als Reaktion auf den Aufstieg der Nationalsozialisten gegründet. Unter dem Banner der Bewegung versammelten sich im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche politische Strömungen mit unterschiedlichen ideologischen Grundlagen. Heute ist die Antifa kein eingetragener Verein oder zentral geführter Verbund, sondern ein Sammelbegriff für Gruppen, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und autoritäre Ideologien engagieren. In vielen Fällen geschieht das durch gewaltfreie Aktionen wie Demonstrationen, Aufklärungsarbeit oder Gegenproteste. Einige Gruppierungen verfolgen jedoch eine militante Strategie, die auch auf Gewalt gegen staatliche Einrichtungen oder politische Gegner setzt. Ist jeder Antifa-Aktivist automatisch linksextrem? Nein. Zwar entstammen viele Antifa-Gruppen dem linken bis linksextremen Spektrum. Es gibt aber auch zivilgesellschaftliche, demokratische Initiativen, die sich als antifaschistisch begreifen – etwa bei Protesten gegen Neonazi-Aufmärsche. Der Begriff "antifaschistisch" wird heute auch in bürgerlich-liberalen Kontexten verwendet. Sogar der niedersächsische Verfassungsschutz postete im Jahr 2024 den Kommentar "Wir sind auch antifa" unter einem Instagram-Beitrag. Später stellte die Behörde klar: "Jede Person, die hinter der freiheitlich demokratischen Grundordnung steht, ist antifa(schistisch)." Können Staaten die Antifa verbieten? Nein, denn "die Antifa" gibt es nicht. Es ist ein Sammelbegriff für antifaschistische Strömungen und Bewegungen, deren ideologischen Grundlagen vom bürgerlich-liberalen bis ins linksradikale Spektrum reichen. Donald Trumps Versuch eines Antifa-Verbots ist wohl eher ein Anlass, um politisch gegen linke Gruppen und Einzelpersonen vorzugehen.