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Paul Pittmann: „Einschränkungen auch nach Nutzen bewerten“

Paul Pittmann hat bereits das prachtvolle Moskau sowie das richtige Russland kennengelernt. (Foto: Aus dem Archiv von Paul Pittmann)
Was war bei Ihnen zuerst da – Euroskepsis oder die Liebe zu Russland, russischer Sprache und Kultur?

Ich würde sagen, dass das Ganze eher parallel verlaufen ist. Circa 2015 habe ich begonnen, mich für Russland zu interessieren. Und das war auch der Beginn der Flüchtlingskrise in Europa. Und damals habe ich eben das erste Mal bemerkt, dass nicht alles, was wir gezeigt bekommen und was wir im Fernsehen sehen, hundertprozentig stimmt. Und ich hatte auch den Eindruck, dass unsere Politiker ein wenig über uns hinweg regieren. Weil natürlich kein Medium die Wahrheit hundertprozentig abbilden kann, habe ich mich dann sehr über Erzählungen von russischen Freunden gefreut, die dem ganzen Geschehen ein paar andere Blickwinkel hinzugefügt haben. Somit konnte ich die Entwicklungen in Europa viel besser einordnen und habe bemerkt, dass ich so zu einem kompletteren Weltbild komme, als wenn ich nur europäische Medien konsumiere.

Was sind Sie von Beruf? Haben Ihre Kollegen ähnliche Ansichten wie Sie?

Ich bin Unternehmer und Blogger und komme abgesehen von meinen Freunden nicht mit anderen Menschen zusammen, die meine Ansichten teilen. Aber genau deshalb habe ich auch so viel Spaß bei der Kommunikation mit meinen Followern, weil die in der Regel meine Ansichten alle teilen.

Sie haben erzählt, dass die Corona-Zeit in Österreich bei Ihnen schlechte Erinnerungen hervorruft. Was war daran falsch?

Ja, also wie schon gesagt, habe ich 2015 das erste Mal vernommen, dass die gezeigten Bilder und die tatsächlichen Vorkommnisse nicht zusammengepasst haben. Und dieses kritische Denken und der enge Kontakt mit Leuten aus den GUS-Staaten hat mich sehr früh erkennen lassen, dass es sich um eine Art von Panikmache handelt.

Desto mehr hat mich enttäuscht, wie totalitär unsere Regierung gehandelt hat. Und wie bereitwillig unsere Bürger diesem Unsinn gefolgt sind. Die Stimmung war damals unbeschreiblich surreal. Also der Hass und die Wut über die gesamte Situation wurde von den Medien und von der Politik gezielt denen zugeschrieben, die die Impfung abgelehnt haben. Das war auch der Moment, in dem ich dann zum ersten Mal verstanden habe, wie sich das damals in Österreich und in Deutschland in den 1930er Jahren auch entwickelt hat. Also die Corona-Zeit hat mir wirklich geholfen, die damalige Zeit besser zu verstehen. Und ich glaube, das sagt schon sehr vieles über die Corona-Zeit in Österreich aus. Und das war dann auch der Moment, wo ich entschlossen habe für mich, dass das wohl nicht das Land ist, in dem ich alt werden möchte.

Warum sind rechte Parteien in Westeuropa so populär? Medienberichten zufolge haben sie finanzielle Verbindungen zu Russland.

Die Popularität rechter Parteien lässt sich auf ein völliges Versagen aller anderen Parteien zurückführen. Die gigantische Anzahl an absoluten Fehlentscheidungen basiert teils auf ideologischen Gründen, wie bei den Grünen, teils auf schlichter Dummheit und zum Teil auch auf Absicht. Wenn sich ganz Westeuropa auf den Abgrund zubewegt, dann kann man auch nur von Vorsatz sprechen, finde ich. Und dass es da die Menschen dann eben zu jenen Parteien zieht, die eine Alternative zu diesem Wahnsinn bieten, das ist dabei kein Wunder, finde ich.

Und zu sagen, dass diese Parteien von Russland finanziert werden, das ist ein peinlicher Versuch, diese Parteien zu diskreditieren. Und ich glaube auch, dass Diskutieren über den Verbot von demokratisch legitimierten Parteien, das ist wesentlich gefährlicher für die Demokratien als die patriotischen Inhalte eben dieser Parteien.

„Die Russen lieben es, Russen zu sein, und die Deutschen mögen es nicht, Deutsche zu sein.“ Erläutern Sie bitte Ihre Aussage. Und lieben es die Österreicher, Österreicher zu sein?

Den Deutschen hat man nach dem Zweiten Weltkrieg zu verstehen gegeben, dass sie sich gefälligst zu schämen haben. Und das Ergebnis ist eine Nation von Menschen, die sich selbst hassen für das, was ihre Vorfahren gemacht haben. Deutschland ist ein Land, in dem man schief angeschaut wird, wenn man die Nationalhymne singt, oder in dem einem die Deutschlandflagge aus der Hand gerissen wird, weil das ja rechtsextrem sei.

In Österreich ist das Ganze ein bisschen besser, auch weil wir uns nach dem Krieg weniger als Täter und mehr als Opfer gefühlt haben. Und generell habe ich in Österreich beobachtet, dass es stark von sozialem Status und Bildung abhängt. Wer meint, gebildet zu sein, ist meist kein Patriot und zeigt wenig Vaterlandsliebe.

Können Sie sich als Patriot Österreichs bezeichnen?

Ich bin kein Patriot, aber ich wäre es gerne. Als kleine Anekdote kann ich da erzählen, dass während dem Corona-Wahnsinn, wo alle Impfverweigerer als Neonazis verunglimpft wurden, da habe ich mir einen Sweater gekauft mit dem österreichischen Adler drauf. Und muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich mich extrem seltsam gefühlt habe, ihn zu tragen. Es war mir direkt ein wenig unangenehm, damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Vielleicht bin ich ein Ex­trembeispiel, weil ich aus einem sehr linken Elternhaus komme, aber dennoch spiegelt das in etwa das Denken der Österreicher wider, glaube ich.

Und jedenfalls tue ich mich sehr schwer damit, auf etwas stolz zu sein, was ich selbst nicht zu verantworten habe. Zum Beispiel unsere Kultur, unsere Geschichte und alle anderen tollen Sachen in Österreich, die habe ja auch nicht ich geschaffen. Und dementsprechend fühle ich mich nicht in der Lage dazu, Stolz zu empfinden. Aber ich erkenne an, dass unsere Gesellschaft eine der tollsten auf der Welt ist und es erfüllt mich mit Schmerz zu sehen, wie wir alles wegwerfen, wofür unsere Vorfahren so hart gearbeitet haben.

Wann haben Sie angefangen, Russisch zu lernen?

Vor sechs oder sieben Jahren habe ich begonnen, Russisch zu lernen und habe dann für zwei Jahre aktiv Russisch gelernt. Das heißt, ich habe Vokabeln gelernt und mich mit Grammatik beschäftigt und ein paar Kurse besucht. Und danach, also mit dieser Basis und auf dieser Basis, habe ich begonnen, mit Muttersprachlern zu reden.

Wer sind diese Muttersprachler? Diskutieren Sie mit ihnen auch politische Fragen? Wer beeinflusst wen?

Hauptsächlich Freunde, manchmal auch Geschäftspartner. Und ja, man kann schon sagen, dass ich eigentlich täglich politische Inhalte bespreche. Einerseits, weil es mich interessiert, aber auch andererseits, weil mich vieles einfach aufregt und es aus mir raus muss. Das war wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum mein Blog entstanden ist. Und ich würde sagen, ich beeinflusse meine Freunde genauso sehr, wie meine Freunde mich beeinflussen.

Wie gut kennen Sie die russische Medienlandschaft?

Ich kenne die russische Medienlandschaft nicht allzu gut. Ich kenne zwar die berühmtesten Leute und die größten Medienhäuser, aber ich konsumiere diese nicht aktiv. Wahrscheinlich auch, weil ich dem Nachrichtenschauen nicht allzu viel Bedeutung beimesse.

Schauen Sie vielleicht Dokus oder russische Serien?

Bezüglich Serien: Ich schaue eher keine Serien auf Russisch, hauptsächlich auch, weil es mich doch noch sehr anstrengt, weil mein Russisch noch nicht so gut ist. Vielleicht auch einfach, weil meine Aufmerksamkeitsspanne durch Social Media ruiniert wurde.

Halten Sie es für möglich, dass Ihre Vorstellungen von Russland etwas romantisiert und naiv sind?

Ich kann sehr gut verstehen, dass man diesen Eindruck gewinnt, wenn man mich nur aus meinen Videos kennt. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass die Russen  sehr viel naiveres und romantisiertes Bild von Europa haben, als ich es über Russland habe. Und ich glaube, das ist auch einer der Gründe, weshalb mein Blog so erfolgreich ist.

In Österreich empfinden Sie eine gewisse Unfreiheit. Wie frei fühlen Sie sich in Russland angesichts der jüngsten gesetzlichen Restriktionen?

Dazu müsste ich vermutlich erstmal in Russland eine Weile leben, um das auch wirklich beurteilen zu können.

Bezüglich Freiheit: Für mich wird sich kein Land frei anfühlen, wenn es nicht auf anarcho-kapitalistischen Gesellschaftsmodellen beruht. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man Prioritäten setzt.

Zum Beispiel gibt es in Osterreich extrem viel Bürokratie. Und man ist ständig in Angst, wenn man auch nur die einfachste Form von Selbstständigkeit anmelden möchte. Und diese Unfreiheit dieses unglaublich elementaren Bedürfnisses, nämlich Geld zum Leben zu verdienen. Das wiegt für mich viel schwerer als gewisse Einschränkungen in Russland. Und ich glaube, man muss diese Einschränkungen, die man in jedem Land hat, immer auch nach dem Nutzen bewerten. Viele Österreicher würden es zum Beispiel als unfrei bezeichnen, dass es so unglaublich viele Kameras in Moskau gibt. Ich nehme diese Unfreiheit gerne in Kauf dafür, dass Verbrecher oft innerhalb von wenigen Minuten aufgespürt und gefunden werden.

Oder dass ich im Falle eines Unfalls Dashcam-Footage herzeigen kann, um zu beweisen, dass ich unschuldig bin. In Bezug auf die neuen Gesetze: Die kann ich auch erst vollständig bewerten, wenn wir sie eben in der Praxis gesehen haben. Ich habe mich auch nur ganz am Rande damit beschäftigt und kann nur ganz vorsichtig sagen, dass da von sinnvollen Gesetzen bis zu sehr fragwürdigen alles dabei ist. Ich muss aber auch gestehen, dass das auch nicht das erste Mal wäre, dass ich russische Gesetze eben ein bisschen falsch bewerte.

Sie erwähnten in einem Video eine Wohnheim in Moskau, die Sie dazu gebracht haben, sich zu fragen, ob Sie das „wahre“ Russland kennenlernen wollen.

Bei meinen ersten Besuchen in Moskau habe ich in teuren Hotels gewohnt, bin überall hin mit dem Taxi gefahren und habe nur in Restaurants gegessen. Ich wusste natürlich zu dem Zeitpunkt, dass das nicht die Realität der meisten Russen und sogar Moskauer ist.

 Und daher habe ich mich sehr über den ersten Aufenthalt an einer russischen Universität gefreut. Ich hatte einen Sprachkurs an der RUDN. Wir wohnten in einem Studentenwohnheim. Und während dieses Aufenthaltes habe ich eben bemerkt, dass das richtige Russland, so wie es bezeichnet wird, zu heftig ist für mich.

Am Tag unserer Ankunft wurde das warme Wasser abgeschaltet. Das heißt, für die nächsten zwei Wochen gab es nur mehr eiskaltes Wasser. Die Bettlaken waren genauso groß wie die Matratzen. Das heißt, ein paar Bewegungen und das Laken verrutscht so, dass man dann letztlich auf der dreckigen Matratze liegt.

Neben uns wurden zwei Afrikaner einquartiert, die kein Wort Englisch konnten. Das heißt, wir mussten uns auf sehr schlechtem Russisch unterhalten. Das war eigentlich witzig. Die Fenster hatten keine Vorhänge, das heißt, es wurde schon um 6 Uhr morgens super hell und tagsüber extrem heiß. Und dann ist da noch ein russischer Student, der dort auch gewohnt hat, aus dem Fenster gesprungen oder gefallen und leider verstorben.

Für mich war das ganze Erlebnis doch ein wenig zu heftig. Also man muss sagen, dass ich jede Minute in Russland genieße, aber zu dem damaligen Zeitpunkt bin ich ein wenig an meine Grenzen gestoßen und habe für mich dann eben bemerkt, dass das ein kleiner Vorgeschmack war auf das richtige Russland.

Wenn Sie zu politischen Veränderungen in Westeuropa aufrufen, sollten Sie Ihre Inhalte auf Deutsch verfassen. Warum führen Sie Ihre sozialen Netzwerke auf Russisch?

Ja, wie Sie richtig sagen, wollte ich die Menschen beeinflussen, würde ich auf Deutsch reden. Ich will die Leute aber nicht beeinflussen. Es gibt in Österreich Menschen, die ihr Leben dem politischen Aktivismus verschrieben haben und ich achte sie sehr für das, was sie machen, aber gleichzeitig tun sie mir auch leid wegen der Schwierigkeiten, die sie haben. Und ich kann ganz klar sagen, ich möchte das für mich nicht. Ich spreche Russisch, weil ich hier eine Zuhörerschaft habe, die im Prinzip dieselbe Meinung hat wie ich. Das macht mir Spaß und ich glaube, auf Deutsch wäre das Ganze ganz anders.

Wer sind Ihre Follower?

Prinzipiell muss man ja sagen, dass der Großteil meiner Follower ja nur über eine kleine Anzahl an Videos zu mir gekommen ist. Und abhängig vom Inhalt dieser Videos unterscheiden sich eben auch die Leute. Also das Video über die wirtschaftlichen Zustände in Deutschland hat mir andere Follower gebracht, wie das Video über deutsche Wörter in der russischen Sprache. Alle Follower eint aber eines und das ist offenbar das Interesse an mir, meiner Person. Was genau es ist, kann ich nicht sagen.

Viele würden bestimmt sagen, dass Sie für die Verbreitung der prorussischen Narrative durch russische Behörden unterstützt werden. Wie würden Sie darauf antworten?

Я говорю от сердца и не по методичке (Ich spreche aus dem Herzen und nicht nach einem Leitfaden).

Запись Paul Pittmann: „Einschränkungen auch nach Nutzen bewerten“ впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.

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