Es geht um einen Vorfall aus Schulzeiten. Frankfurts Stürmer Wahi gibt zu, einen Mitschüler mit einer Schere bedroht zu haben. Dass er ihm etwas angetan hat, streitet er allerdings ab. Sportlich läuft es für Elye Wahi bei Eintracht Frankfurt noch nicht nach Plan. Der im Januar aus Marseille verpflichtete Angreifer sitzt häufig nur auf der Bank. In Frankreich sorgt der 22-Jährige nun abseits des Spielfelds für Schlagzeilen. In einem ausführlichen Interview mit der Sportzeitung "L’Équipe" äußerte sich Wahi zu Vorfällen aus seiner Jugendzeit, die lange an ihm haften geblieben sind. Mit 15 Jahren musste Wahi das Nachwuchsleistungszentrum von SM Caen verlassen. Damals war ihm an seiner Schule ein schwerwiegendes Fehlverhalten vorgeworfen worden. Nach mehreren OPs: Rangnick aus Krankenhaus entlassen Ski alpin: Marcel Hirscher macht mit Firma fast 18 Millionen Verlust Diese Darstellung weist er zurück, sagt: "Die Geschichte ist, dass ich mich mit einem Mitschüler gestritten habe, der meinen Vater (starb, als Wahi ein Jahr alt war, d. Red.) beleidigt hat. Ich war sehr gereizt und habe falsch reagiert. Als ich ins Ausbildungszentrum zurückkam, wurde mir gesagt, ich solle meine Sachen packen. Aber das war auch schon alles. Was erzählt wurde, ist völlig falsch. Es gab keine Gewalt, keine Vergewaltigung. Ich habe ihn nicht angefasst." Ein Fehlverhalten räumte er allerdings ein: Er habe in dem Streit seinen Mitschüler "mit einer Schere bedroht". Dies bezeichnete Wahi als "großen Fehler". Dass ihn Francis De Taddeo, damals Nachwuchsdirektor in Caen, später nach Montpellier holte, sei für ihn ein Hinweis darauf, dass die schwereren Anschuldigungen nicht zutrafen. Anzeige einer Frau wird zurückgezogen Über den Umweg Montfermeil wechselte Wahi 2018 nach Montpellier und schaffte dort den Durchbruch. Für den Ligue-1-Klub erzielte er zwischen 2021 und 2023 insgesamt 32 Tore in 92 Pflichtspielen. Auch später gab es Kontroversen. 2021 beschuldigte ihn eine junge Frau nach einem Diskobesuch, sie geschlagen zu haben. Wahi schildert den Vorfall anders: Er habe die Frau nur zur Seite geschoben, nachdem sie ihm gefolgt sei. Die Anzeige wurde später zurückgezogen. Nach Stationen in Lens und Marseille kam Wahi im Winter zur Eintracht. Trotz schwieriger Startphase glaubt er an seine Entwicklung in Frankfurt: "Der Anfang war etwas schwierig, weil ich verletzt angekommen bin und mich an eine neue Kultur, eine neue Sprache und neue Anforderungen gewöhnen musste. Aber ich glaube, dass es der richtige Zeitpunkt war, ins Ausland zu gehen." In bislang 18 Pflichtspielen für die Hessen gelangen ihm ein Treffer und drei Vorlagen.