Die einst loyale Trump-Anhängerin Marjorie Taylor Greene warnt: Der US-Präsident stehe vor dem politischen Kontrollverlust. Sie galt einst als eine seiner loyalsten Anhängerinnen – doch das Tuch zwischen US-Präsident Donald Trump und der republikanischen Kongressabgeordneten Marjorie Taylor Greene scheint endgültig zerschnitten. Zuletzt hatte Greene den US-Präsidenten unter anderem wegen seiner Umgangs mit dem Epstein-Skandal kritisiert. Nun legt sie in einem CNN-Interview nach. Überblick: Alle aktuellen Entwicklungen im US-Newsblog Anschuldigung: Stabschefin attestiert Trump "Persönlichkeit eines Alkoholikers" Greene kritisiert unter anderem Trumps Umgang mit dem Tod Rob Reiners. Trump hatte den Schauspieler und Regisseur nach dessen gewaltsamen Tod unter anderem als geisteskrank bezeichnet und angedeutet, Reiner habe damit selbst die Voraussetzungen für seinen Tod geschaffen. "Diese Aussage war des Amtes absolut unwürdig, ohne jede Klasse und einfach falsch", so Greene. Der Präsident habe damit auch seine eigenen Wähler verärgert: "Die MAGA-Getreuen haben deutlich reagiert und ihn kritisiert." MAGA bezeichnet Trumps politische Bewegung und steht für "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder groß). Nur ein Beispiel für die Entfremdung zwischen Trump und seiner Partei, warnt Greene: "Ich glaube, der Damm bricht. Ich glaube, er wird zur lahmen Ente." Als "lahme Ente" bezeichnet man in den USA einen Politiker, der zwar noch im Amt ist, faktisch aber keine politische Kontrolle mehr hat. "Er hat ein echtes Problem" Greene nennt weitere Beispiele: In der vergangenen Woche hatte das Repräsentantenhaus eine Trump-Order einkassiert, die die Macht von Gewerkschaften beschnitten hätte – was ohne die Stimmen von 13 Republikanern, die sich gegen den Präsidenten stellten, nicht gelungen wäre. Greene: "Diese 13 haben seine Order beerdigt, sich buchstäblich am selben Abend in ihre Anzüge geworfen und sind zur Weihnachtsparty des Weißen Hauses gekommen. Ziemlich mutig." Ebenfalls in der Vorwoche versagten Trump Republikaner im Bundesstaat Indiana die Gefolgschaft. Trump hatte mit Nachdruck für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise geworben, der Republikaner bevorzugt hätte – Vizepräsident JD Vance reiste dafür sogar extra in den Bundesstaat. Doch die Republikaner stimmten gegen den Präsidenten, obwohl der sogar mit dem Entzug staatlicher Mittel gedroht hatte. "Er hat ein echtes Problem mit Republikanern im Repräsentantenhaus und im Senat, die ihm bei immer mehr Themen nicht mehr folgen werden", warnt Greene, deren Zeit im Kongress im Januar enden wird. Trump werde der Partei bei den anstehenden Zwischenwahlen schaden, so Greene: "Ich bin eine von denen, die die Wahrheit ausspricht: Ich sehe nicht, wie die Republikaner unter diesen Umständen die Zwischenwahlen gewinnen können." Trump nannte Greene "Verräterin" Der Präsident müsse sich stattdessen besonders auf zwei Themen konzentrieren: steigende Preise und Krankenversicherung. "Ich möchte Empathie von ihm sehen. Donald Trump ist ein Milliardär und Präsident der Vereinigten Staaten. Wenn er in die Kamera blickt und sagt, steigende Preise seien eine Erfindung der Demokraten und Inflation sei kein Problem, dann sagt er das zu Amerikanern, die leiden, die schon seit Jahren leiden, und die einfach nur versuchen, durchzukommen." Das Weiße Haus hat bisher nicht auf Greenes Kritik reagiert. In der Vergangenheit antwortete Trump regelmäßig mit Beleidigungen , bezeichnete die Abgeordnete unter anderem als "Verräterin".