Französische Ermittler haben das Büro und das Wohnhaus von Kulturministerin Rachida Dati durchsucht. Die Politikerin steht unter Korruptionsverdacht. Die französische Finanzstaatsanwaltschaft hat das Kulturministerium und die Privatwohnung von Rachida Dati durchsuchen lassen. Auch das Rathaus im siebten Pariser Arrondissement, wo Dati als Bürgermeisterin tätig ist, wurde durchsucht. Hintergrund sind Korruptionsermittlungen gegen die 60-Jährige. Dati wird verdächtigt, als Europaabgeordnete zwischen 2010 und 2011 rund 299.000 Euro vom damaligen Energiekonzern GDF Suez erhalten zu haben. Dieses Geld soll sie nicht im Parlament offengelegt haben. Den Vorwurf einer verdeckten Lobbytätigkeit hat sie zurückgewiesen. Im kommenden September muss Dati sich wegen anderer Korruptionsvorwürfe vor Gericht verantworten. Dabei geht es um 900.000 Euro, die sie zwischen 2010 und 2012 von einer Tochterfirma der Renault-Nissan-Allianz erhalten haben soll. Auch in diesem Fall steht der Verdacht im Raum, dass sie das Geld für Lobbyarbeit im Europaparlament erhalten habe – Dati weist die Anschuldigungen zurück.