Gegen Gladbach liefert sich BVB-Star Karim Adeyemi mehrere Scharmützel mit seinen Gegenspielern. Nach seiner Auswechslung muss Sebastian Kehl eingreifen und findet nach dem Spiel deutliche Worte. Karim Adeyemi hat in der Partie seines BVB gegen Borussia Mönchengladbach auf und neben dem Platz mächtig Aufsehen erregt. Der Dortmunder Offensivakteur lieferte sich zunächst mehrere Wortgefechte mit seinen Gegenspielern, wurde schließlich ausgewechselt und musste dann von BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl an einem Abgang gehindert werden. Der Klub-Boss kündigte danach eine Strafe an. Was war passiert? In der 57. Minute versuchte sich der BVB an einem Konter, bei dem Adeyemi einen Zweikampf mit Kevin Diks führte. Beide Spieler beharkten sich, schließlich ließ sich Diks fallen und Schiedsrichter Sven Jablonski pfiff den vielversprechenden Dortmunder Angriff zurück. Adeyemi war mit der Entscheidung nicht einverstanden und lieferte sich das erste Wortgefecht mit seinem Gegenspieler. Adeyemi nach Auswechslung sauer Nur eine Minute später kam der Flügelstürmer dann plötzlich zu einer großen Torchance. Nach einer unsauberen Ballannahme von Diks konnte Adeyemi dessen versuchten Pass in Richtung Tor blocken. Nur die Fingerspitzen von Gladbach-Torhüter Moritz Nicolas verhinderten einen Treffer. Adeyemi nutzte die Gelegenheit, um den am Boden liegenden Diks nochmal mit deutlichen Worten die Meinung zu sagen. Der BVB-Star wollte sich kaum noch beruhigen – und Trainer Niko Kovač hatte genug gesehen. Er entschied sich, Adeyemi auszuwechseln. Das gefiel dem 23-Jährigen jedoch erst recht nicht. Bei der Bank angekommen schnappte er sich nur eine dicke Winterjacke und marschierte geradewegs in Richtung Kabinengang. Dabei fluchte er immer noch laut. Kehl wird deutlich Sportdirektor Kehl stellte sich Adeyemi jedoch in den Weg und redete auf ihn ein. Der ließ sich gerade noch von seinem verfrühten Abgang abhalten. Adeyemi nahm doch noch auf der Bank Platz. So recht beruhigt hatte er sich jedoch immer noch nicht: Er riss sich die Winterjacke wieder vom Leib und fluchte immer noch vor sich hin. Am Sky-Mikrofon nahm Kehl nach dem Spiel zu der Szene Stellung und fand deutliche Worte. "Ich habe ihm gesagt: 'Geh nicht in die Kabine, setz dich da hin'", berichtete er von seiner Unterhaltung mit dem Spieler und kritisierte ihn dann hart: "Ehrlich gesagt, war die Auswechslung total berechtigt. Karim hat kein gutes Spiel gemacht." Laut Kehl wird der Ausraster für Adeyemi Konsequenzen haben: "Über die Szene wird zu reden sein, er wird dafür eine Strafe kriegen, weil wir das Thema in den letzten Wochen sehr intensiv mit der Mannschaft besprochen haben. Die Reaktion will ich nicht sehen, die will der Trainer nicht sehen, die will keiner sehen. Das gehört sich nicht und das weiß auch Karim." Für den BVB ist es eine weitere Baustelle in turbulenten Wochen. In der vergangenen Woche hatte ein deutliches Interview von Nico Schlotterback nach dem enttäuschenden 2:2 in der Champions League gegen Bodø/Glimt, in dem er die Mannschaft kritisierte, Aufsehen erregt. Um Adeyemi selbst gibt es Gerüchte bezüglich eines Wechselwunsches. Er war vor wenigen Wochen auch schon mit einem Flaschenwurf negativ aufgefallen. "Wir hatten jetzt einige Situationen. Das geht so einfach nicht", sagte Kehl. "Am Ende müssen die Spieler das akzeptieren. Der Trainer trifft eine Entscheidung. Dass ein Spieler unzufrieden ist, das kann er am Ende irgendwie in der Kabine kundtun. Dann kann er am nächsten Tag im Training Gas geben, aber wir wollen diese Reaktion nicht sehen und deswegen wird er dafür eine Geldstrafe kriegen." "Er war nicht gut" Auch Trainer Niko Kovač fand deutliche Worte für die Szene: "Ich freue ich über den Sieg, bin aber natürlich über das ein oder andere auch enttäuscht", sagte er bei Sky. "Er war heute nicht gut", kritisierte er ebenfalls Adeyemis Leistung. "Ich habe ihm noch zehn Minuten gegeben. Es war nicht gut in der ersten Halbzeit und ich hätte auch in der Halbzeit wechseln können, aber das wollte ich nicht. Ich wollte ihm noch die Möglichkeit geben", erklärte Kovač sein Vorgehen. Der Schiedsrichter habe das Foul, das Adeyemis Ärger auslöste, zwar falsch gesehen, aber es sei nicht Adeyemis Tag und die Auswechslung deshalb berechtigt gewesen. Die angekündigte Geldstrafe für den Spieler unterstützte der Trainer. "Das ist die Entscheidung des Klubs, die ich natürlich total verstehe und auch akzeptiere und für richtig halte", sagte er. Im Fußball gehe es zwar um Emotionen, "aber man muss auch einsichtig sein. Ich glaube, wenn er sich das Spiel nochmal anschaut in der ersten Halbzeit, wird er sehen, dass das heute wirklich eines seiner schwächeren Spiele war", so der Trainer. Er forderte: "Damit muss er lernen umzugehen und wir als Klub müssen dort auch dementsprechend handeln."