Um die anderthalb Millionen Euro gibt das ZDF für eine "Traumschiff"-Folge aus. An manchen Ecken wird gespart. Darunter leidet besonders der krönende Abschluss. Eine Frau mit grauen Haaren in einem roten Kleid, ein Mann mit Vollbart in einem schwarzen Anzug. Sie sehen aus, wie zwei ganz normale "Traumschiff"-Passagiere, die am 26. Dezember gemeinsam mit der Crew nach Bora Bora schippern. Doch eingefleischte Fans des ZDF-Liebesdampfers wissen: Die beiden waren auch schon an Bord, als es für das "Traumschiff" im November nach Auckland ging – und werden auch mit dem Schiff am 1. Januar nach Afrika reisen. Die Folge ist schon jetzt in der Mediathek verfügbar. Doch wirklich an Bord waren die Gäste offiziell nur ein einziges Mal. Gezeigt werden sie jedoch immer und immer wieder. Denn bei der Szene, in der sie zu sehen sind, handelt es sich um die legendäre Abschlussszene, kurz, nachdem Kapitän Max Parger (gespielt von Florian Silbereisen) beim Captain's Dinner seine Ansprache hält. Volle Kraft auf Sparkurs: Lug und Trug beim "Traumschiff" Wie auch in der Folge am zweiten Weihnachtsfeiertag. "Meine sehr verehrten Damen und Herren, eine Reise wie diese ist mehr als das Überqueren von Ozeanen. Sie lässt uns innehalten, durchatmen und das Leben aus einer anderen Perspektive sehen", sagte Kapitän Parger in seiner Rede – mit typischer "Traumschiff"-Romantik. Im Anschluss bekommen die Passagiere, während James Lasts Song "Dinner-Marsch" läuft, eine Torte mit Wunderkerzen serviert. Diese Szene ist für die Zuschauer der krönende Abschluss jeder "Traumschiff"-Folge. Dabei sehen sie die Aufnahmen nur selten zum ersten Mal. Denn dabei handelt es sich meist um Material aus dem Archiv. Sieben Jahre, vier Torten Seit 2019 steuert Florian Silbereisen das Schiff. Seitdem hat das ZDF mehr als 20 Folgen ausgestrahlt. In dieser Zeit zeigte der Sender jedoch nur vier unterschiedliche Abschlussszenen. Eine dieser Szenen wurde sogar bereits gedreht, als noch Sascha Hehn das Schiff steuerte. Auf Nachfrage von t-online erklärte eine Sendersprecherin, dass der Kostenfaktor der Grund für diese Entscheidung sei. "Die Tortenszene wird in unregelmäßigen Abständen neu gedreht, um sie auf der Höhe der Zeit zu halten – wie gerade in diesem Jahr geschehen. Aus wirtschaftlichen Gründen wird sie – in veränderter Schnittfolge und aus unterschiedlichen Perspektiven – für mehrere Filme genutzt", heißt es aus Mainz. 1,64 Millionen Euro pro "Traumschiff"-Folge Beim prunkvollen Abschluss jeder Folge wird gespart. Wie hoch die Kosten für eine neu gedrehte Szene wären, wollte das ZDF nicht verraten. Auch die Frage, wie teuer eine "Traumschiff"-Folge insgesamt ist, beantwortete der Sender nicht, verwies stattdessen auf die hauseigenen Sendungsprofile. Dort wird das "Traumschiff" jedoch nicht einzeln aufgelistet, sondern zählt zu der Kategorie "Filme". "Insgesamt produziert das ZDF für TV und Streaming-Portal jährlich etwa 110 bis 140 Filme. Die durchschnittlichen Kosten pro Film betragen rund 1,64 Millionen Euro", steht dort geschrieben. Im Vergleich: Ein "Tatort" kostet zwischen 1,7 bis 1,9 Millionen Euro. Wie genau sich die Kosten aufteilen, ist nicht bekannt. Für einen "Traumschiff"-Film werden auch jede Menge Komparsen benötigt. Da bedient sich die Produktion an den Gästen, die während der Dreharbeiten auf der MS Amadea Urlaub machen. Wie t-online weiß, greifen die Produzenten auch gerne auf Teammitglieder zurück. So war zum Beispiel schon der Produktionsleiter Christian Stocklöv unter den Gästen zu sehen, oder auch die damalige "Traumschiff"-Redakteurin Andrea Klingenschmitt. Bekannte Namen für große Reichweite Bei den Episodenrollen hingegen setzt das ZDF dann auf bekannte Namen. Neben ausgebildeten Schauspielern holt der Mainzer Sender gerne auch Prominente mit großer Reichweite an Bord, wie Cathy Hummels , Oliver Pocher , Kai Pflaume oder Joachim Llambi . Die Auftritte der Promis im "Traumschiff" werden zwar groß angekündigt, doch in der Folge selbst klein gehalten. Alessandra Meyer-Wölden zum Beispiel spielte 2024 eine Yogalehrerin, war in der Episode jedoch nur für 107 Sekunden zu sehen. Ihr Ex Oliver Pocher schaffte es in einer anderen Folge auf gerade mal 50 Sekunden. Kleine Auftritte für große Reichweite – und vermutlich viel Geld. Wie hoch die Gagen der Gaststars ausfallen, wird allerdings nicht kommuniziert. Auf Nachfrage von t-online heißt es stets vom ZDF: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu Vertragsdetails keine Auskünfte geben können." Mit den prominenten Gesichtern an Bord hofft das ZDF auf eine stärkere Präsenz. In der November-Folge war Influencerin Sophia Thiel dabei. Mit dieser Episode landete das "Traumschiff" jedoch einen Negativrekord. 4,75 Millionen Zuschauer sahen dabei zu, wie der ZDF-Liebesdampfer Auckland ansteuerte. Das entsprach einem Marktanteil von 17,1 Prozent. Seit Florian Silbereisen Kapitän ist, war der Marktanteil noch nie so niedrig.