Das chinesische Militär hat erneut ein großangelegtes Manöver um Taiwan gestartet. Taipeh kritisiert das Vorgehen scharf. China hat erneut eine großangelegte Militärübung rund um Taiwan begonnen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das chinesische Militär berichtete, habe das Manöver "Mission Gerechtigkeit 2025" begonnen. Geübt werde in Luft- und Seegebieten rund um Taiwan. Im Fokus stünden Patrouillen zur Gefechtsbereitschaft, das Erlangen umfassender Überlegenheit sowie die Blockade wichtiger Häfen und Gebiete. Ein Sprecher bezeichnete die Übungen als "ernste Warnung" an "separatistische" Kräfte. Sie seien zudem eine "legitime und notwendige" Maßnahme zur Wahrung der chinesischen Souveränität und nationalen Einheit, hieß es. Schießübungen am Dienstag In einer separaten Mitteilung kündigte die Volksbefreiungsarmee außerdem an, ab Dienstag Schießübungen in fünf ausgewiesenen Zonen rund um Taiwan abzuhalten. Unbeteiligte Schiffe und Flugzeuge sollten diese Bereiche meiden. Hintergrund des Manövers sind auch Äußerungen der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi, wonach ein hypothetischer chinesischer Angriff auf Taiwan eine militärische Reaktion Tokios auslösen könnte. Die Übungen beginnen zudem nur elf Tage nach der Ankündigung von US-Waffenverkäufen an Taiwan im Wert von 11,1 Milliarden Dollar. Es handelt sich um die sechste große Militärübung Chinas seit dem Besuch der damaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, auf der Insel im Jahr 2022. Es ist jedoch das erste Mal, dass China öffentlich erklärt, das Manöver ziele auch auf die "Abschreckung" einer ausländischen militärischen Einmischung ab. Taiwan verurteilt Manöver Chinas Armee übt jedoch nahezu täglich mit Kriegsschiffen und Militärflugzeugen in der Region. Peking zählt die Inselrepublik zu seinem Territorium, obwohl sie seit Jahrzehnten eine von Peking unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat. Die Volksrepublik beabsichtigt, sich Taiwan einzuverleiben und droht mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf friedlichem Wege gelingen. Taiwan verurteilte die erneuten chinesischen Militäraktivitäten scharf. Chinas Vorgehen untergrabe die Sicherheit und Stabilität in der Region und stelle eine offene Herausforderung für internationales Recht und die internationale Ordnung dar, erklärte eine Sprecherin des Präsidialamts. Die taiwanischen Streitkräfte und Sicherheitsbehörden seien über die Lage umfassend informiert und vorbereitet.