Noch 2025 hieß es, die Krankenkassenbeiträge würden nicht steigen. Doch viele Krankenkassen starten mit höheren Beiträgen ins neue Jahr – für Versicherte kann das teurer werden. Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben ihre Zusatzbeiträge 2026 zum Jahresbeginn um 0,19 Prozentpunkte erhöht . "Der durchschnittliche, nach Mitgliedern gewichtete Zusatzbeitragssatz ist zum Jahreswechsel von 2,94 auf 3,13 Prozent gestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, der "Bild"-Zeitung laut Mitteilung vom Freitag. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent ergibt sich damit ein durchschnittlicher Beitrag für gesetzlich Versicherte von 17,73 Prozent. Blatt berief sich auf eine Berechnung des GKV-Spitzenverbands. Der Anstieg sei "deutlich", sagte er der Zeitung. Er müsse "ein Weckruf für alle sein, die für unser Gesundheitssystem Verantwortung tragen". Es sei jetzt wichtig, "aus dem Jahr 2026 ein echtes Reformjahr zu machen". Fast jede zweite Krankenkasse teurer Laut "Stiftung Warentest" erhöhten von den 72 für alle Verbraucherinnen und Verbraucher geöffneten Krankenkassen 35 zum Januar ihre Beiträge. 36 ließen die Beiträge demnach unverändert, eine senkte sie sogar. Die Erhöhungen liegen zwischen 0,2 und 1,1 Prozentpunkten. Die teuerste Krankenkasse verlangt laut "Stiftung Warentest" nun einen Beitrag von insgesamt 18,99 Prozent, die günstigste von 16,78 Prozent. Bis Ende Januar möglich: So viel Geld bringt ein Wechsel zur günstigsten Krankenkasse Durch einen Wechsel der Krankenkasse können Versicherte teils mehrere hundert Euro im Jahr sparen, betonten die Verbraucherschützer. Das sei einfach: Nach einem Antrag bei der neuen Kasse übernimmt diese die Kündigung bei der alten. Anschließend muss noch der eigene Arbeitgeber informiert werden. Verbraucher sollten aber nicht allein auf die Beitragssätze achten, betonte "Stiftung Warentest". Zuschüsse etwa zur Zahnreinigung, zu Gesundheitskursen oder ein attraktives Bonusprogramm könnten einen etwas höheren Beitragssatz rechtfertigen. Kassen überschreiten Richtgröße Den Zusatzbeitrag legen die Krankenkassen jeweils selbst fest. Sie begründen die Erhöhungen mit gestiegenen Kosten. Noch im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung den Versicherten zugesichert, dass die Krankenkassenbeiträge 2026 nicht steigen würden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) stellte den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent als Stabilitätsmarke in Aussicht – ein Versprechen, das sie ebenso wie Bundeskanzler Friedrich Merz in den Monaten vor dem Jahreswechsel mehrfach bekräftigte. Ziel sei es gewesen, die "zur Gewohnheit gewordene Routine" jährlicher Beitragserhöhungen zu durchbrechen. Zur Absicherung dieses Versprechens plante die Bundesregierung ein Sparpaket in Höhe von rund zwei Milliarden Euro, das vor allem Ausgaben im Krankenhausbereich dämpfen sollte. Das Gesundheitsministerium legte den Zusatzbeitrag offiziell als unverbindliche Orientierungsgröße fest. Noch im Dezember 2025 erklärte Warken, bei erfolgreicher Umsetzung der Maßnahmen werde der Zusatzbeitrag "auf dem heutigen Niveau von 2,9 Prozent Bestand haben". Die nun erfolgten Beitragserhöhungen stehen damit in deutlichem Gegensatz zu den politischen Zusagen aus dem Vorjahr. Die Krankenkassen können ihren Zusatzbeitrag im Jahresverlauf auch weiter erhöhen, wenn sie dies für notwendig halten.