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Silvester-Inferno Schweiz: Wunderkerzen, ein einziger Ausgang, überwiegend jugendliche Opfer

In der Nacht auf Neujahr kam es im Walliser Wintersportort Crans-Montana zu einer der schwersten Brandkatastrophen der Schweizer Geschichte. In der Bar "Le Constellation" im Zentrum des Ortes brach ein Feuer aus, bei dem nach aktuellen Angaben der Behörden 40 Menschen ums Leben kamen und 119 verletzt wurden, viele davon schwer. Unter den Verletzten befinden sich 71 Schweizer sowie zahlreiche ausländische Gäste, darunter Franzosen, Italiener und Serben.

Nach ersten Ermittlungen deuten die Hinweise darauf hin, dass das Feuer durch Wunderkerzen auf Champagnerflaschen ausgelöst wurde. Die Flammen griffen auf eine Decke mit Kunststoffdämmung über, deren Brennbarkeit noch geprüft wird.

Die genaue Ursache ist Gegenstand laufender Untersuchungen, Zeugen werden befragt, Mobiltelefone analysiert, und auch die eingesetzten Baumaterialien und Notausgänge werden überprüft.

Aufgrund der hochentzündlichen Kunststoffdecke breitete sich der Brand innerhalb von Sekunden aus.

Im Untergeschoss gab es offenbar nur einen einzigen Fluchtweg, was die Evakuierung praktisch unmöglich machte. Die Mehrheit der Opfer war jung, viele unter 25 Jahren, einige minderjährig. 

Die Rettungskräfte standen vor enormen Herausforderungen. Die Walliser Spitäler waren stark ausgelastet, internationale Hilfe aus Frankreich und Italien wurde mobilisiert. 13 Hubschrauber und rund 150 Einsatzkräfte – Ärzte, Sanitäter, Psychologen und First Responder – beteiligten sich an der Versorgung und Verlegung der Verletzten. Viele Patienten mussten intubiert oder ins künstliche Koma versetzt werden.

Die Walliser Behörden betonten bei einer Pressekonferenz am Nachmittag die Priorität, die Familien der Opfer zu begleiten. Psychologische Betreuung wird sichergestellt, und die Identifizierung der Toten erfolgt nach einem komplexen, international standardisierten Verfahren.

Die Schweizer Regierung reagierte tief betroffen. Bundespräsident Guy Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien der Schweizer Geschichte. Die Fahnen auf dem Bundeshaus und an allen eidgenössischen Vertretungen im Ausland wurden auf Halbmast gesetzt.

Die Ermittlungen richten sich derzeit auf mehrere zentrale Punkte wie die Brandursache, die Baumaterialien der Decke, die Zahl und Funktionsfähigkeit der Notausgänge, die Kontrolle der Gästezahl und die Einhaltung der Altersvorschriften. Eine strafrechtliche Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung wird geprüft.

Die Walliser Behörden betonten, dass die Zahlen der Verletzten und Identifizierten noch variieren könnten, da einige Verletzte eigenständig medizinische Hilfe aufgesucht haben und nicht sofort erfasst wurden.

Mehr zum Thema ‒ Fall Jacques Baud: Bundesregierung verteidigt EU-Sanktionen und warnt vor abweichenden Meinungen

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