Donald Trump will offenbar bei einem Prunkprojekt am Weißen Haus nichts dem Zufall überlassen. Am Freitag ging er deshalb auf Einkaufstour. US-Präsident Donald Trump hat auf dem Weg zu seinem Golf-Club in Florida seine Kolonne einen Umweg fahren lassen. Die gepanzerte Präsidentenlimousine samt Begleitfahrzeugen und Journalisten machten in einem Gewerbegebiet Halt. Dort betrat Trump den Laden von Arc Stone & Tile, einem Importeur von Marmor. Der 79-Jährige schaute sich dort Marmor und Onyx-Proben an, die im neuen Ballsaal am Weißen Haus verbaut werden sollen. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben auf italienischen Marmor spezialisiert. Der Stopp am Marmor-Laden zeigt, wie sehr sich Trump um Details des neuen Bauwerks am Weißen Haus kümmert und offenbar solche Entscheidungen selbst treffen will. Vor kurzem erst hatte er angekündigt, auch im Kennedy-Center Armlehnen aus Marmor einzubauen. Weißes Haus: Klage gegen Bau von Trumps Ballsaal eingereicht Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte dem Sender CNN , dass Trump die Luxus-Fliesen aus seinem eigenen Geldbeutel bezahlen wolle. Im Dezember hatte Trump gesagt, dass er 400 Millionen Dollar für den Saal bezahlen wolle. Der Ostflügel des Weißen Hauses ist bereits abgerissen. Schon im Rosengarten Marmor verlegt Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump eine Reihe baulicher Veränderungen im Weißen Haus vorgenommen, darunter die Überpflasterung des Rosengartens, die Neugestaltung des Palm Room und die Renovierung des Oval Office. Er bevorzugt oft teuren weißen Marmor und goldene Akzente und ahmt damit den Stil seines Mar-a-Lago-Clubs nach, seinem Privatanwesen in Florida. Eine Style-Expertin der "Washington Post" hatte schon bei der Dekoration des Ovel Office mit Marmor und Gold versucht zu analysieren, was Trump damit ausdrücken will. "Es gibt eine Sichtweise, die sagt, dass es sehr neureich wirkt", sagte Robin Givhan dem US-Sender NPR. "Und dann gibt es diejenigen, die es sich ebenfalls ansehen und sagen könnten, dass es einfach eine überschwängliche Feier des Erfolgs ist." Klage fordert Anhörung Der Ballsaal dürfte aber das ambitionierteste Projekt des Republikaners werden. Widerstand regte sich bereits nach Bekanntgabe, erste Klagen forderten, dass zunächst Planungskomitees über die Pläne schauen müssten. In der Klage wird unter anderem gefordert, dass die Regierung die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungsverfahren, einschließlich einer öffentlichen Anhörungsphase, abwarten müsse. "Das Weiße Haus ist wohl das symbolträchtigste Gebäude unseres Landes und ein weltweit anerkanntes Symbol für unsere starken amerikanischen Ideale", schrieb die Präsidentin des National Trust for Historic Preservation, Carol Quillen. Am 8. Januar soll es laut CNN eine öffentliche Informationsveranstaltung vor der National Capital Planning Commission geben, eine Woche später ein Treffen mit der Commission of Fine Arts. Anfang Dezember tauschte Trump den Architekten des Ballsaals aus. James McCrery, der bislang das Projekt betreute, wurde zum Berater degradiert. Er hatte den Präsidenten davor gewarnt, dass der Ballsaal größer als das Weiße Haus selbst erscheinen und damit den Präsidentensitz in den Schatten stellen könnte. Shalom Baranes soll nun die Wünsche des Republikaners erfüllen. Seine Firma hat bereits mehrere Großprojekte für die US-Regierung umgesetzt.