Brigitte Macron musste sich in Frankreich übler Gerüchte im Internet erwehren. Jetzt verhängte ein Gericht heftige Strafen. Die Präsidentenfamilie schildert die Folgen der Verleumdung. Wegen Cybermobbings gegen die Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat ein Gericht in Paris neun Angeklagte zu bis zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Angeklagten hätten Brigitte Macron mit "böswilligen und herabwürdigenden Formulierungen angegriffen", betonte der Vorsitzende Richter Thierry Donnard bei der Urteilsverkündung am Montag. Insgesamt zehn Menschen waren angeklagt, weil sie online Gerüchte über eine angebliche Trans-Identität der Präsidenten-Ehefrau verbreitet hatten. USA : Ehepaar Macron verklagt rechte US-Aktivistin Frankreich: Clooney erhält französischen Pass Zu den Angeklagten gehören ein in Frankreich bekannter Verschwörungstheoretiker sowie eine Frau, die sich als Medium und Werbefachfrau ausgibt und deren X-Konto inzwischen gesperrt wurde. Sie wird als maßgeblich an der Verbreitung des Gerüchts beteiligt angesehen. Acht der Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen zwischen vier und acht Monaten, ein Mann wurde zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Ein weiterer Angeklagter muss einen Kurs gegen die Verbreitung von Hass im Internet besuchen. Tochter und Enkel klagen über Folgen Brigitte Macron war der Verhandlung ferngeblieben. Beim Erstatten der Anzeige Ende August 2024 hatte sie vorgebracht, das Gerücht habe "sehr starke Auswirkungen" auf ihr Umfeld und sie selbst. So seien ihre mit der Aussage konfrontiert worden, dass "ihre Großmutter ein Mann ist". Brigitte Macron hatte ihren späteren Mann zu Schulzeiten als Leiterin der Theater-AG kennengelernt. Nach einer jahrelangen Beziehung hatten die beiden 2007 geheiratet. Das Paar hat keine gemeinsamen Kinder. Die Beziehung des Paares war mehrfach Gegenstand von Gerüchten und Verleumdungen. Brigitte Macrons Tochter Tiphaine Auzière sagte vor Gericht aus, dass sich der Zustand ihrer Mutter seit der Zunahme der Online-Belästigungen verschlechtert habe. "Sie kann die schrecklichen Dinge, die über sie gesagt werden, nicht ignorieren", erklärte Auzière. Die Kommentare hätten sich auf die gesamte Familie ausgewirkt, einschließlich Macrons Enkelkinder.