Der Verlust seines Teamkollegen trifft Vetle Sjåstad Christiansen schwer. Umso wichtiger war der Sieg in der Staffel am Sonntag. Den rechten Arm reckte Vetle Sjåstad Christiansen in Richtung Himmel, als er in Oberhof die Ziellinie überquerte. Auch den Blick richtete der Norweger nach oben. Der erste Platz in der Biathlon-Staffel, er hatte eine besondere Bedeutung für die Skandinavier. Der Schreck nach dem Tod von Sivert Guttorm Bakken kurz vor Weihnachten sitzt immer noch tief. "Das ist der wichtigste Sieg und die wichtigste Staffel, die wir je gelaufen sind", sagte Christiansen nach dem Rennen zum norwegischen TV-Sender NRK. "Ich kann gar nicht beschreiben, wie anstrengend die letzten Wochen waren." Trotz zweier Strafrunden und insgesamt sieben Nachladern war das Quartett um Christiansen, Uldal, Dale-Skjevdal und Frey am Ende auf dem ersten Platz. "Bei fast jedem Teammeting geweint" Für Vetle Sjåstad Christiansen waren die Tage in Oberhof äußerst emotional. Vor dem Sprint am Donnerstag gab es eine Gedenkfeier. "Das war furchtbar traurig. Und es hat viel Energie gekostet. Ich war am Donnerstag völlig weggetreten", erinnerte sich der 33-Jährige. "Mein Körper war hier in Oberhof, mein Kopf aber nicht." Das Ergebnis lautete für ihn Platz 64. Viermal verfehlte er die Scheiben, musste einmal in die Strafrunde. Von seiner Normalform war Christiansen meilenweit entfernt. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis er und seine Kollegen emotional wieder stabiler sind. Durch das Unglück sei aber auch das Team noch einmal enger zusammengerückt. "Die Erfahrungen, die wir in letzter Zeit miteinander gemacht haben, das werde ich nie vergessen. Ich habe wohl bei fast jedem Teammeeting geweint", so Christiansen. Dennoch betonte er auch, dass es viel Unterstützung von außen und vom Verband gab. "Ich habe Tausende Nachrichten erhalten", sagte der Norweger.