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Nach Schlagabtausch mit Kanadas Premier: Trump zieht Einladung zu "Friedensrat" zurück

Stern 

Nach deutlichen Worten des kanadischen Premierminister Mark Carney in Richtung der USA hat US-Präsident Donald Trump seine Einladung an Kanada zur Mitgliedschaft in seinem "Friedensrat" zurückgezogen. Trump verkündete seine Entscheidung am Donnerstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Carney und Trump hatten sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos einen verbalen Schlagabtausch geliefert. In einer Rede in Québec legte der kanadische Regierungschef dann nach und wies Trumps Behauptung zurück, dass Kanada nur dank der USA existiere.

Carney hatte beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Dienstag vor einem "Bruch" der Nachkriegsordnung gewarnt und betont, dass Mittelmächte wie Kanada gemeinsam handeln müssten, "denn wenn wir nicht am Tisch sitzen, dann stehen wir auf der Speisekarte". Carneys Rede wurde als deutliche Kritik an Trump gewertet, auch wenn der US-Präsident nicht namentlich erwähnt wurde. 

Trump entgegnete am Mittwoch auf Carneys Rede, dass er diese gesehen habe und betonte, dass der Premierminister nicht sehr dankbar gewesen sei. "Kanada existiert wegen der USA, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äußern", mahnte der US-Präsident.

Carney wies Trumps Aussage am Donnerstag in einer Rede im kanadischen Quebéc zurück: "Kanada existiert nicht wegen der Vereinigten Staaten. Kanada floriert, weil wir Kanadier sind", betonte er.

Der rhetorische Schlagabtausch zwischen Trump und Carney unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen den Nachbarländern. Aus Regierungskreisen hatte die Nachrichtenagentur AFP am Montag erfahren, dass Kanada nicht zahlen werde, um an dem "Friedensrat" teilzunehmen, obwohl Carney angedeutet hatte, dass er eine Einladung annehmen würde.

Trump hatte den "Friedensrat" am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos lanciert. 19 weitere Staaten unterzeichneten das Gründungsdokument, darunter Argentinien und Ungarn. Mehrere eingeladene Staaten nahmen nicht teil - darunter auch Deutschland. Berlin hat sich bislang zurückhaltend zu dem neuen Gremium geäußert. Frankreich hat eine Teilnahme bereits abgelehnt.

Ursprünglich sollte das Gremium den Plan zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen überwachen. In der Gründungscharta wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt. 

Trump übt im "Friedensrat" eine dominante Rolle aus. Er hat den Vorsitz des Gremiums inne, entscheidet über die Einladungen zur Teilnahme und hat ein Vetorecht bei allen Abstimmungen.

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