Die islamistische Zentralregierung in Syrien will die kurdischen Gebiete des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Menschenrechtler befürchten Schlimmes. Wegen der Kämpfe im Nordosten Syriens zwischen kurdisch angeführten Milizen sowie Regierungstruppen und deren Verbündeten droht sich die humanitäre Lage dort weiter zu verschlechtern. Die Zustände in dem Gebiet seien "katastrophal", teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit. Unterstützung aus Deutschland : Prokurdische Demo in Dortmund mit 4.500 Menschen Proteste im Iran : Bis zu 30.000 Tote in zwei Tagen? Die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt Kobane nahe der türkischen Grenze werde von Kämpfern, die mit der Regierung in Damaskus verbündet sind, seit mehr als einer Woche belagert. Zudem sei die Lieferung von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs fast komplett gestoppt worden. Auch kurdische Aktivisten sprachen von einer Belagerung der Stadt. Viele Kurden sind nach Kobane geflüchtet Die Übergangsregierung in Damaskus äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, Regierungstruppen würden jeweils einen humanitären Korridor nach Kobane sowie in die Stadt Hassaka einrichten. Damit solle sichergestellt werden, dass Hilfsgüter die Orte erreichen und schutzbedürftige Menschen evakuiert werden könnten. In Kobane haben sich viele Familien versammelt, die durch Kämpfe in der Nähe vertrieben wurden. Nach Angaben von Aktivisten ist ein Konvoi mit Hilfsgütern auf dem Weg dorthin. Schon gestern startete ein Konvoi mit Arznei- und Lebensmitteln aus Aleppo in Richtung Kobane, wie das Staatsfernsehen berichtete. Organisiert wurde dieser 24 Lkw zählende Konvoi dem TV-Sender zufolge von den Behörden in Aleppo und UN-Hilfsorganisationen. Syrien: SDF und Damaskus verlängern Waffenruhe Die syrische Übergangsregierung hat im Nord-Osten des Landes große Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht und die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zurückgedrängt. Aktuell gilt eine Waffenruhe, die gestern auslief, nach Angaben beider Seiten nach internationaler Vermittlung aber um 15 Tage verlängert wurde. Die SDF sollen nun einen Plan vorlegen, wie die Institutionen in der kurdischen Selbstverwaltung in die staatliche Ordnung übergehen. Heute schien die verlängerte Waffenruhe zunächst zu halten. Die Lage war trotz vereinzelter Kämpfe insgesamt ruhig. Ziel der Verlängerung ist auch, inhaftierte Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus Gefängnissen in dem Gebiet in den benachbarten Irak zu verlegen. Die Regierungstruppen haben die Kontrolle einiger der Gefängnisse und auch Lager übernommen, in denen Angehörige von IS-Kämpfern untergebracht sind. Wegen der Kämpfe gibt es Sorge, dass der IS das Chaos nutzen und seine Kämpfer und deren Angehörige befreien könnte. Einige Inhaftierte sollen bereits entkommen sein.