In den USA herrscht nach der Tötung Alex Prettis durch Bundesbeamte am Samstag ein Ausnahmezustand. Jetzt melden sich mehrere Ex-Präsidenten zu Wort. Nachdem Bundesbeamte am Samstag in Minneapolis den Krankenpfleger Alex Pretti erschossen haben, formiert sich massiver Widerstand gegen die Trump-Administration. Im Zuge des Vorfalls kam es landesweit zu Massenprotesten. Die Demonstranten kritisieren die Methoden der Einwanderungsbehörde ICE scharf und fordern Präsident Trump auf, die Beamten in ihr eigentliches Einsatzgebiet zurückzuziehen: an die US-Grenzen statt in die Wohngebiete amerikanischer Großstädte. In den sozialen Netzwerken war zuvor verstärkt gefordert worden, dass die Spitzen der Demokratischen Partei sowie die Ex-Präsidenten Obama und Biden deutlich gegen die aktuelle Regierung Stellung beziehen. Meinung zum tödlichen ICE-Einsatz: "Wenn die Lüge zur Wahrheit wird" Newsblog zur US-Politik: Jeder Fünfte glaubt der Trump-Regierung Barack Obama kam dieser Forderung am gestrigen Sonntag mit einer öffentlichen Erklärung nach. Er sprach von einer "herzzerreißenden Tragödie", die als "Weckruf für jeden Amerikaner" dienen müsse, sich gegen Ungerechtigkeit auszusprechen, Grundfreiheiten zu schützen und die Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. Joe Biden sowie der republikanische Ex-Präsident George W. Bush ziehen es bislang offenbar vor, sich nicht öffentlich zu äußern. Clinton verurteilt Behauptung der Regierung Ex-Präsident Bill Clinton veröffentlichte unterdessen eine Erklärung auf der Plattform X. Darin äußerte er sein Bestürzen über die Bilder, die in den vergangenen Wochen aus amerikanischen Städten drangen, und verurteilte die gewaltsamen Einsätze der ICE-Agenten aufs Schärfste. Das Schlimmste sei laut Clinton jedoch, dass die Regierung die Öffentlichkeit bei jeder Gelegenheit belogen habe. Er sprach von einem historischen Moment, der die kommenden Jahre maßgeblich prägen werde. Zudem warnte er davor, dass Amerika im Begriff sei, jene verfassungsmäßigen Freiheitsrechte zu verlieren, die vor 250 Jahren erkämpft worden waren – und dass es sie womöglich nie wieder zurückgewinnen würde. Aktuelle Umfrageergebnisse des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigen unter US-Bürgern eine gespaltene Stimmung: Während rund 20 Prozent der Befragten den Darstellungen der Trump-Regierung glauben, halten knapp 50 Prozent die Tötung Prettis für unrechtmäßig.