Der HSV steht aktuell vor allem wegen der Vorwürfe um Stefan Kuntz im Fokus. Dabei braucht der Klub noch immer einen neuen Sportvorstand. Beim Hamburger SV nimmt die Suche nach einem neuen Sportvorstand offenbar an Fahrt auf. Nach dem überraschenden Aus von Stefan Kuntz geistern seit Wochen große Namen der Fußball-Szene durch Hamburg, und nun ist ein weiterer dazugekommen. Wie das "Abendblatt" erfahren haben will, ist Hasan Salihamidžić einer der Namen, die bei einer Sitzung des Aufsichtsrats gefallen sein soll. Für den 49-Jährigen ist der HSV kein Neuland. In seiner aktiven Karriere als Fußballprofi spielte "Brazzo" für die Norddeutschen (1992 bis 1998), ehe er zum FC Bayern wechselte und dort nach dem Ende seiner Profilaufbahn im Sommer 2017 als Sportdirektor anheuerte. Drei Jahre später gelang ihm der Aufstieg zum Sportvorstand. Ende Mai 2023 wurde vom deutschen Rekordmeister die Entlassung Salihamidžić' bekannt gegeben. Seither ist es ruhig um ihn geworden. "Der Weg, die Eintracht zu Fall zu bringen": Frankfurt-Boss giftet gegen Bundesliga-Konkurrent Dem Bericht zufolge ist der Funktionär umgehend verfügbar und könnte sich demnach eine Zusammenarbeit mit Hamburgs Sportdirektor Claus Costa vorstellen. Gespräche wurden bislang allerdings nicht aufgenommen. Salihamidžić könnte nicht der einzige Kandidat für die Nachfolge von Stefan Kuntz bleiben. Zuletzt hatte die "Sport Bild" berichtet, dass der langjährige Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zu den Kandidaten für den Posten des Sportvorstands gehört. Laut Pay-TV-Sender Sky stand auch Sebastian Kehl von Borussia Dortmund im Fokus der Hamburger. Sein Name werde "ganz besonders intensiv diskutiert", hieß es. "Wir haben keinen Zeitdruck" Kehl selbst reagierte im Gegensatz zu Bierhoff auf die Berichte: "Also, erst mal generell: Ich glaube, ich muss nicht betonen, was dieser Klub hier für mich bedeutet, ich bin seit über 24 Jahren hier", sagte er Sky vor dem BVB-Spiel gegen St. Pauli . "Mein Fokus liegt ausschließlich auf dieser Transferzeit, auf den Themen, die wir hier zu bearbeiten haben." Daher habe er gar keine anderen Gedanken im Moment, "als mich auf das hier zu konzentrieren". Der HSV hat bereits mitgeteilt, dass es keine schnelle Nachfolgelösung geben wird. Aufsichtsratschef Michael Papenfuß sagte zum Jahresbeginn: "Wir haben keinen Zeitdruck, sind wettbewerbs- und handlungsfähig." In den folgenden drei Wochen ließ der Klub das Thema daher zunächst ruhen. Bis zum Sommer soll die Suche nach einem Kuntz-Nachfolger aber beendet sein. Am 2. Januar war die Trennung zwischen Kuntz und HSV verkündet worden. Zunächst war in der Mitteilung der Hamburger von "familiären Gründen" die Rede. Einen Tag nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" teilte der Aufsichtsrat jedoch mit, dass der Abschied im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen eines angeblichen Fehlverhaltens von Kuntz stehe. Noch am Abend nach der Veröffentlichung des Medienberichts wehrte sich der Ex-Profi mit einem Statement auf seinem offiziellen Instagram-Profil gegen die Vorwürfe. Vorwürfe: HSV reagiert auf Kuntz In einer weiteren Stellungnahme nannte der Aufsichtsrat nun neue Details zu den Vorwürfen gegen den ehemaligen Sportvorstand. "Das von mehreren Hinweisgebenden unabhängig voneinander glaubhaft geschilderte Fehlverhalten, das zu internen Ermittlungen führte, umfasst zahlreiche schwerwiegende Pflichtverletzungen, die jeden verantwortungsvollen Aufsichtsrat zum Handeln veranlassen mussten", heißt es in einer Mitteilung des Bundesligisten. Hintergrund ist, dass sich der 63 Jahre alte Kuntz am vergangenen Wochenende in der "Süddeutschen Zeitung" gegen diese Vorwürfe gewehrt hatte. Unter anderem sagte sein Anwalt Christian Schertz, dass der frühere Nationalspieler bis heute nicht wisse, "was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird". Diese Darstellung nennen die Mitglieder des Aufsichtsrats "nachweislich unwahr". Dass die Auseinandersetzung über das Ausscheiden des Sportvorstands zunehmend öffentlich ausgetragen werde, hält der Aufsichtsrat des HSV derweil "im Interesse sämtlicher betroffener Personen für bedauerlich".