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Mein Moskau von Frank Ebbecke – 14

Der deutsche Moskauer Frank Ebbecke (Bild: Hans Winkler)

Das neue Jahr hat schon volle Fahrt aufgenommen, die langen, traditionellen freien Tage in diesen Breiten der endlosen Feiertage sind Geschichte, Gedanken und Gefühle pendeln sich wieder eher auf das Heute und Morgen ein. Doch gerade während dieser Ruhepause, umgeben von diesen weltweit verwirrenden Wendezeiten, haben Reflektionen der Lernprozesse und Erfahrungen aus 30 Jahren Wahlheimat im weiten Osten Europas nützliche Blicke auf die Umfeld-Realitäten des persönlichen Lebens hier geschärft. Was sind das denn für Menschen, diese Russen, sind die alltäglich auszuhalten? Sind denn die arg verbreiteten, gar oft abschätzig verurteilenden Vorurteile am Ende tatsächlich wahr? Nun, eines vorweg: Menschen sind Menschen, allüberall eine hochentwickelte, eine gleich ganz spezielle Spezies, es gibt solche wie solche, Gute wie Böse. Auch wenn sich über die Jahrtausende gewisse gewachsene, regionale Mentalitätsschattierungen herauskristallisiert haben – zum Beispiel aufgrund von geografischen – groß bis klein, naturgegebenen – üppig bis karg, klimatischen – heiß bis kalt, historischen Gegebenheiten – Krieg bis Frieden.

Weite des Landes – Weite der Seele

Also, Karten auf den Tisch, realisierende Fakten her. Die Russen sind ein ostslawisches Volk mit etwa 115 Millionen Angehörigen in Russland, etwa 17 Millionen in den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion und etwa sechs Millionen in weiteren Staaten. Laut der letzten Zählung von 2021 bilden die ethnischen Russen etwa 71 Prozent der Bevölkerung, die sich aus einer unerreichbar bunten Vielfalt zusammenstellt. Über 190 verschiedene ethnische Gruppen leben in Russland. Darunter sind die größten die Tataren, Tschetschenen, Baschkiren, Tschuwaschen und Awaren.

Die Seele aller staatsangehörigen Russen sei so weit wie das unerreichbar größte nationale Territorium der Erde, sagen sie sich gerne – nicht ohne Stolz. Ein Leben würde nicht ausreichen, um alle Orte Russlands zu besuchen. Sein Raum ist kaum zu kontrollieren und seine Reichtümer scheinen unmöglich je verbraucht werden zu können. Daher charakterisieren die Russen eine gewisse Großzügigkeit und Spontanität, eine Schwäche fürs Extreme, Streben nach dem Unbekannten, aber genauso Unberechenbarkeit und Mangel an Ordnungssinn wie Bestimmtheit. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang auch die ausgeprägten und wohltuend erlebbaren menschlich-empathischen Familien-/Freundschafts- und Gastlichkeitswerte.

Vom Bauchgefühl zum Ballett

Russen lassen sich gerne von der Intuition leiten – entweder aus Bauchgefühl oder aus dem Glauben an eine höhere Macht. Dies ist wahrscheinlicher, als dass sie auf die reine Stimme der Vernunft hören. Bei gemeinsamen Vorhaben mit Russen ist es unbedingt ratsam, sich Raum für alternative Wege freizuhalten – immer darauf gefasst sein, dass sich Pläne ändern und Ereignisse plötzlich eine andere Richtung nehmen können. Nicht gleich aufregen oder aufgeben, denn es kann durchaus passieren, dass sich daraus ungeahnte neue Chancen eröffnen. Despotentum und Mangelwirtschaft über Generationen hinweg haben Russen hyperkreativ, widerstandsfähig und durchsetzungsstark werden lassen.

Russland ist nicht nur ein riesiges Land mit 144,5 Millionen Einwohnern und der bevölkerungsmäßig größten Kapitale auf dem europäischen Kontinent, Moskau, sondern auch die Heimat von literarischen Meisterwerken, talentierten Komponisten klassischer Musik und natürlich des russischen Balletts. Die so volkstümliche wie feinsinnige russische Kultur ist traditionsreich und geprägt durch eine unglaublich lange und vielfältige Geschichte. Komischerweise entspricht das Russen-Stereotyp eines übermäßig Wodka trinkenden, stets ernst dreinblickenden, brutal-rüden „Bärenkämpfers“ so gar nicht den so hämisch nachgesagten Verhaltensmustern. Im Falle des russischen Symbolbären eher dessen unsägliche Ausstrahlung von Kraft und Ruhe – selbst mehrfach erlebt unter zahllosen dieser majestätischen Tiere auf Kamtschatka im Fernen Osten.

Moskau glänzt, Petersburg verzaubert

Nochmal die Statistik bemühend, sei nur erinnert: Allein die Hauptstadt Moskau lockt mit zehn Konzerthallen, vier Opernhäusern, und Operetten-, Musik- und Schauspiel-Bühnen, die so gut wie allabendlich so gut wie ausgebucht sind – von Mitbürgern wie Zugereisten, die meist edel und schick ausstaffiert den künstlerischen Hochleistungen schon äußerlich Tribut zollen. Und es gibt wohl kaum eine weitere Metropole mit zahlreicheren Musikakademien und tausenden Studierenden auf dem Weg zu internationaler Anerkennung. Allen voran das weltberühmte Konservatorium und das ebenso illustre Gnessin-Institut. Da werden nicht nur die klassischen Instrumente und Stimmlagen professionell ausgebildet, sondern auch russisch-traditionelle.

Zu den bekanntesten zählen die dreieckige Balalaika, die runde Domra, Gusli, das Knopfakkordeon Bajan, das elektronische, berührungslose Theremin sowie verschiedene Schlaginstrumente wie Buben (Tamburine) und Scharkunok (Rasseln) und die einzigartigen Russischen Hörner. Diese Instrumente bilden das Herzstück der russischen Volksmusik, werden aber auch in der klassischen Musik und in modernen Stilrichtungen eingesetzt.

Ein geradezu revolutionäres Meisterstück haben schlussendlich die Russen der Kulturwelt geschenkt: das Ballett. Sei es auch schon im 15. bis 16. Jahrhundert während der Renaissance an italienischen Fürstenhöfen erfunden worden und dann am französischen Königshof von Ludwig XIV zu einer eigenständigen musikalisch-tänzerischen Kunstform entwickelt worden, seine Blütezeit habe es im 19. Jahrhundert in Russland erlebt. Nach der Uraufführung des Klassikers „Schwanensee“ mit der Komposition von Pjotr Iljitsch Tschaikowski im Moskauer Bolschoi 1877 gehört dieses Ballett heute noch zum Standard-Repertoire von Ballettkompanien in aller Welt. Und der bis dato mit seiner Leidenschaft und Kreativität wohl unangefochten angesehenste männliche Balletttänzer heißt Rudolf Nurejew (1938–1993).

Die gar nicht so heimliche Kulturhauptstadt St. Petersburg am Baltischen Meer als „Fenster zu Europa“ steht dem politischen Landeszentrum Moskau da nicht nach. Die Ermitage gilt mit ihrem riesigen zaristischen Schlossgebilde und der größten Gemäldesammlung internationaler Werke aus allen Epochen weltweit als verführerischstes Eldorado Kunstsinniger. Ja, und natürlich auch auf anderen kulturell hoch entwickelten Gebieten spielt so einiges in und aus Russland die Musik: Über die Klasse und den allgemeinen kulturzivilisatorischen Einfluss russischer Meister in Poesie und Literatur, in Malerei und Bildhauerei, in Architektur und im Filmschaffen dann ein andermal. Nein, Barbaren und Banausen sind wahrhaftig nicht alle Russen.

Frank Ebbecke

Запись Mein Moskau von Frank Ebbecke – 14 впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.

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