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ÖPNV: Warnstreik legt Busse und U-Bahnen in Hamburg lahm

Stern 

Ein Warnstreik legt große Teile des Nahverkehrs in Hamburg lahm. Wer den ÖPNV nutzen will, muss S-Bahnen und Fähren nehmen. Ansonsten stehen U-Bahnen und viele Busse still.

Keine U-Bahnen und nur wenige Busse: Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat die Hamburgerinnen und Hamburger kalt erwischt - bei Minus-Temperaturen im wahrsten Wortsinn. Die Streikbeteiligung lag im Busverkehr nach Angaben der Hochbahn am Morgen zwischen 70 und 80 Prozent, bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) sogar bei bis 95 Prozent.

"Die meisten Busse sind in den Depots geblieben", sagte eine VHH-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der U-Bahn-Verkehr konnte laut Hochbahn gar nicht aufgenommen werden. Die S-Bahn war von dem 24-stündigen Warnstreik nicht betroffen.

Nur vereinzelte Metrobus-Linien im eingeschränkten Betrieb

Lediglich zwei Metrobus-Linien der Hochbahn fuhren den Angaben zufolge im 20-Minuten-Takt. Viele andere konnten nicht bedient werden - auch wenn es zu einzelnen Fahrten komme, wie eine Sprecherin sagte. Für die Fahrgäste könne aber kein verlässliches Angebot gemacht werden. "Wir wollen die Menschen doch nicht in die Kälte schicken."

Der Schulbusbetrieb konnte laut der VHH-Sprecherin aber, "mit den Kollegen, die noch fahren wollten", aufrechterhalten werden.

Warnstreik für mehr Geld - "Auch wir müssen Miete bezahlen"

"Heute soll der Betrieb stillstehen", sagte ein Busfahrer der Hochbahn der dpa. Man streike für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. "Auch wir müssen Mieten bezahlen, auch wir müssen unsere Kinder ernähren. Und das ist in der Stadt Hamburg alles nicht mehr so leicht."

Verdi fordert für die Hochbahn-Beschäftigten unter anderem eine Lohnsteigerung von 7,5 Prozent in Verbindung mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen, die Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 7,5 Prozent und die Einführung eines Mietkostenzuschusses in Höhe von 200 Euro pro Monat für Auszubildende.

Bei der ersten Verhandlungsrunde am Freitag legten die Hochbahn-Arbeitgeber laut Verdi kein Angebot vor. Daneben wird derzeit bei der VHH ein neuer Manteltarifvertrag ausgehandelt.

Streikkundgebung in Harburg

Verdi zeigte sich mit dem 24-stündigen Ausstand zufrieden. "Alles steht", sagte ein Sprecher. Am Vormittag versammelten sich seinen Angaben zufolge bis zu 150 Beschäftigte auf dem Busbetriebshof der Hochbahn in Harburg. Von dort aus führte ein Demonstrationszug bis zum Harburger Rathausplatz, wo eine gemeinsame Streikkundgebung der Beschäftigten von Hochbahn, VHH und aus dem öffentlichen Dienst der Länder stattfand.

Laut Verdi versammelten sich dazu gut 400 Teilnehmer. Die Polizei gab die Zahl mit 300 an.

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