Josephine Schlörb darf ihre Eisschnelllauf-Schuhe nicht bei Olympia tragen. Die Athletin musste ein neues Design entwickeln, um starten zu können. Die Eisschnellläuferin Josephine Schlörb darf bei den Olympischen Winterspielen in Mailand nicht mit ihren gewohnten Schuhen antreten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbot ihr nach eigenen Angaben deren Nutzung, weil diese mit politischen Botschaften bedruckt waren. "Auf meinem alten Maßschuh hatte ich relativ viele Statements aufgedruckt. Zum Beispiel: Hass ist keine Meinung. Diskriminierung ist ein Verbrechen", sagte Schlörb der "Sächsischen Zeitung". Die Aufschriften verstoßen gegen die Regel 50 der Olympischen Charta, die politische Statements im Wettkampf verbietet. Schlörb hatte frühzeitig Kontakt zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgenommen, um die Situation zu klären. Zunächst hatte Schlörb versucht, die Aufschriften unkenntlich zu machen. Doch auch diese Version wurde vom IOC abgelehnt, da es zu Nachfragen kommen könnte, was ursprünglich auf den Schuhen gestanden habe. Um die Teilnahme an den Spielen zu sichern, entwarf Schlörb ein neues Design. Die Weltkarte aus dem Wort "Respekt" in verschiedenen Farben wurde schließlich vom IOC akzeptiert. Sie investierte viel Arbeit in die Erstellung und erstellte eine Excel-Tabelle, um die Übersetzungen des Wortes "Respekt" in verschiedenen Sprachen zu dokumentieren und die Quellen der Übersetzungen nachzuweisen. "Ich wollte wirklich auf Nummer sicher gehen", sagte die Athletin. Trotz der Herausforderungen liebt Schlörb ihre neuen maßgefertigten Schuhe und ist bereit, in der Teamverfolgung mit ihren Kolleginnen Lea Sophie Scholz und Josie Hofmann um die Medaillen zu kämpfen.