morgenstern: Marius Borg Høiby steht ab heute als erster norwegischer Royal vor Gericht
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby startet in Oslo. So finden Sie trotz Arbeitsmarktkrise einen neuen Job. Und: Der Osten ist noch nicht verloren. Die Lage am Morgen.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
Ich habe das norwegische Königshaus – anders als sein britisches Pendant – stets eher als solide und unspektakulär wahrgenommen. Kronprinzessin Mette-Marit wurde zwar ob ihrer bürgerlichen Herkunft zu Beginn ihrer Beziehung mit Thronfolger Haakon kritisch beäugt, genoss dann aber zunehmend große Beliebtheit im Volk. Ihr offener Umgang mit ihren gesundheitlichen Problemen wurde etwa äußerst positiv wahrgenommen.
Zuletzt bekam das makellose Image jedoch Risse. So wurde im Zuge der Veröffentlichung der Epstein-Akten bekannt, dass die Kronprinzessin regelmäßig Kontakt zu dem verstorbenen Sexualstraftäter hatte. Mette-Marit bedauerte in der Folge ihr "schlechtes Urteilsvermögen" in Bezug auf Jeffrey Epstein. "Es ist einfach nur peinlich", nahm sie zerknirscht Stellung.
Der tiefe Fall des Marius Borg Høiby
Weitere Sorgen bereitet den norwegischen Royals seit Monaten die Affäre rund um Mette-Marits erstgeborenen Sohn Marius Borg Høiby. Sie brachte ihn 2001 als alleinerziehende Mutter mit in die Ehe mit Haakon. Lange galten die Royals als Vorzeige-Patchworkfamilie.
Im August 2024 wurde Marius Borg Høiby jedoch erstmals verhaftet. Ab heute wird dem 29-Jährigen in Oslo der Prozess gemacht. Zuvor wurde er erneut festgenommen, muss bis zum 2. März in Untersuchungshaft bleiben. Die Anklage lautet: Vergewaltigung in vier Fällen, Misshandlung, Sachbeschädigung und Bedrohung.
Der Prozess dürfte in Norwegen für viel Aufsehen sorgen. Høiby ist der erste Royal, der in dem Land für ein Verbrechen angeklagt wird. Einen Teil der Vorwürfe hat er eingeräumt, die ihm vorgeworfenen Sexualstraftaten bestreitet er. Er leide an "mehreren psychischen Erkrankungen", so Høiby. Wie konnte er so tief fallen? Meine Kollegin Ulrike von Bülow hat es hier nachgezeichnet.
So finden Sie trotz Arbeitsmarktkrise einen neuen Job
Es ist gar nicht allzu lange her, vielleicht zwei bis drei Jahre, da las ich in einem Artikel, dass der Arbeitsmarkt zunehmend arbeitnehmerorientierter werde. Der Fachkräftemangel und der demografische Wandel würden dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Fachkräften branchenübergreifend weiter zunehme, stand dort.
Und: Bewerberinnen und Bewerber könnten nicht nur oft aus mehreren Arbeitgebern auswählen, sondern auch zunehmend ihre Bedingungen diktieren. Etwa eine Vier-Tage-Woche zu einem Vollzeitgehalt. Eine schöne neue (Beschäftigten-)Welt, so schien es.
Aber: Der Wind hat sich gedreht. Die deutsche Wirtschaft steckt dauerhaft in einer Rezession, viele große Konzerne streichen massig Jobs. Zwar gehen tatsächlich in näherer Zukunft Millionen Baby-Boomer in Rente – aber im Moment sieht es eher so aus, als würden ihre Stellen mit ihnen verschwinden. Der Arbeitsmarkt wird also schwieriger, selbst für Hochqualifizierte. Lesen Sie hier, worauf sich Wechselwillige bei der Jobsuche einstellen müssen, damit der Neuanfang klappt.
Alles AfD oder was? Drei Gründe, warum der Osten nicht verloren ist
Ich verbringe vor allem im Sommer einen großen Teil meiner Zeit im wunderschönen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Im September wird dort ebenso wie in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt.
In den jüngeren Umfragen ist die AfD in beiden Bundesländern stärkste Kraft. Ist der Osten verloren? Nein. stern-Politikchef Jan Rosenkranz und der Thüringer stern-Reporter Martin Debes analysieren drei aktuelle Ereignisse, die zumindest Anlass zur Hoffnung geben.
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Patrick Rösing