Bundesliga: Coach Ilzer lässt Zukunft in Hoffenheim offen
Die lauten Töne hinter den Kulissen stören die Vorbereitungen bei der TSG Hoffenheim auf das Top-Spiel in München ein wenig. Coach Ilzer ärgert sich darüber.
Angesichts der Querelen in der Führungsebene denkt Christian Ilzer über seine Zukunft als Coach der TSG 1899 Hoffenheim noch einmal nach. Einen möglichen Weggang ließ er offen. "Kann sein, ich kann nichts ausschließen. Das hängt von vielen anderen Faktoren ab", sagte der 48-Jährige vor dem Bundesliga-Topspiel bei Bayern München am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN). Diese Faktoren werde er aber öffentlich nicht besprechen. Ilzer hat noch einen Vertrag bis 30. Juni 2027.
Trotz des sportlichen Höhenfluges der Kraichgauer kommt der Verein nicht zur Ruhe. Hinter den Kulissen tobt weiter ein Machtkampf, bei dem schon einige verantwortliche Mitarbeiter den Kürzeren gezogen haben und gehen mussten. Mehrere Medien hatten zuletzt berichtet, dass nun auch Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, der gemeinsam mit Ilzer für den sportlichen Aufschwung verantwortlich ist, zur Disposition steht. Er soll demnach bei einer Neuaufstellung der Geschäftsführung möglicherweise zum Sportdirektor herabgestuft werden, was Schicker nach dpa-Informationen nicht akzeptieren würde.
Ilzer: Intern ruhig bleiben und auf Fußball konzentrieren
Dies kommt vor dem Spitzenspiel zur Unzeit und stört die Vorbereitung. "Ich hoffe nicht, dass wir uns unseren sehr erfolgreichen Weg an der Heimatfront kaputtmachen", sagte Ilzer. Er fügte aber auch an, dass er und die Mannschaft bei ihrer Kernaufgabe blieben. "Das ist, einfach gut Fußball zu spielen und uns bestmöglich auf kommende Aufgaben vorzubereiten", sagte der Österreicher.
Er gab aber zu, dass die Unruhe alle beschäftige und man sich bespreche. Der Fokus gelte aber Bayern München. "Wenn es außen herum laut und unruhig wird, ist es wichtig für uns, intern und im inneren Kreis sehr ruhig zu bleiben und einen ruhigen, fokussierten Kopf zu behalten", betonte Ilzer.
Ilzer: David gegen Goliath
Für ihn ist die Partie beim Branchenprimus ein Spiel David gegen Goliath. Er freue sich darauf und bezeichnete Spiele gegen die Bayern immer als etwas ganz Besonderes. "Sie sind das Nonplusultra der Liga und eine große Herausforderung. Wir haben eine große Aufgabe vor uns", sagte er. Man sei sehr entspannt, könne dort nur gewinnen. "Egal, wie es ausgeht, werden wir sehr viel Lehrreiches für unseren weiteren Weg mitnehmen", sagte der Coach.
Die Hoffenheimer kommen mit viel Selbstvertrauen in die Allianz Arena. Seit sieben Partien haben sie nicht mehr verloren, nur einmal kurz vor Weihnachten Remis gespielt. Das katapultierte die TSG auf einen Champions-League-Rang. "Wir mischen aktuell in Regionen mit, wo ich immer sage, wir sind Teil einer Schießerei, sind selber aber nur mit Buttermessern bewaffnet. Wir haben für diesen Fight aber schon eine sehr gute Gewinnermentalität", sagte Ilzer.