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Kirchenfinanzen: Kirche unter Druck - Diözese kürzt erneut Gelder

Stern 

Weniger Einnahmen und sinkende Rücklagen: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Nun sollen die Kirchensteuerzuweisungen an die Gemeinden gesenkt werden.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart steht unter mächtigem finanziellem Druck. Wegen stark sinkender Kirchensteuereinnahmen senkt sie die daher abermals Zuweisungen an die Kirchengemeinden: Für 2026 stehen den Gemeinden nur noch 167 statt 183 Millionen Euro zur Verfügung, wie die Diözese über eine Entscheidung des Diözesanrats mitteilte. Grund seien rückläufige Einnahmen aus der Kirchensteuer bereits im Jahr 2025 – verursacht durch eine schwächelnde Wirtschaft, die alternde Babyboomer-Generation und eine anhaltend hohe Zahl von Kirchenaustritten.

Der katholischen Kirche geht es an die Substanz

Um die Zahlungen trotzdem aufrechtzuerhalten, greift die Diözese tief in die Reserven: Die Entnahme aus der gemeinsamen Rücklage steigt auf rund 40 Millionen Euro. Doch diese Rücklage schrumpft rapide. Laut Diözese wären ohne Gegenmaßnahmen ab 2027 massive Kürzungen unvermeidlich. Prognosen rechnen mit Kirchensteuereinnahmen von nur noch etwa 246 Millionen Euro im Jahr 2027. 

Bereits im Jahresabschluss 2024 war es zum Ausgleich der rückläufigen Einnahmen notwendig, einen zweistelligen Millionenbetrag aus der Rücklage zu entnehmen, um die Handlungsfähigkeit der Kirchengemeinden zu sichern. 

Annahmen sind nicht eingetreten 

In ihren bisherigen Planungen ging die Diözese davon aus, dass der Kirchensteueranteil für die Kirchengemeinden langfristig bei etwa 280 bis 290 Millionen Euro liegen würde. Da auch für die Folgejahre nicht mit höheren, sondern eher weiter sinkenden Kirchensteuereinnahmen zu rechnen ist, werden voraussichtlich auch die Zuweisungen weiter sinken. Ziel sei es, dass die Rücklage den Kirchensteuerrückgang noch so lange abfedern könne, bis die Einsparmaßnahmen über das Projekt "Kirche der Zukunft" ihre Wirkung entfalten.

Sparkurs läuft schon seit einiger Zeit

Um die Kirchengemeinden weiter zu stabilisieren, reagierte die Diözese bereits mit einem umfassenden Sparkurs. Das 2025 gestartete Projekt "Kirche der Zukunft" will Strukturen verschlanken und Kosten dauerhaft senken. Dazu gehören die Reduzierung des kirchlichen Gebäudebestands um 30 Prozent, mehr Digitalisierung und die mögliche Fusion der aktuell über 1.000 Kirchengemeinden zu 50 bis 80 größeren Einheiten. So sollen Verwaltungskosten sinken und Synergien entstehen.

Auch die bischöfliche Kurie spart mit: Bis 2030 sollen die Sach- und Personalkosten um 10 Prozent sinken. Laut Generalvikar Clemens Stroppel stehen dabei - auch vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Mitarbeitenden - keine betriebsbedingten Kündigungen an. Der Umbau soll schrittweise erfolgen.

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