Neue Details in der Epstein-Affäre weisen Verbindungen zu einem Frauenarzt an einer US-Uni-Klinik nach. Auch ein bekannter US-Milliardär spielt dabei eine Rolle. Jeffrey Epstein überwies dem US-Arzt Mark Landon, Leiter der Frauenklinik der Universität Ohio, über Jahre alle drei Monate 25.000 Dollar. Das berichtete der US-Regionalsender NBV4 unter Berufung auf eine eigene Auswertung der neuen Epstein-Akten. Das US-Justizministerium hatte in der Vorwoche neue Unterlagen zu Epstein vorgelegt, der in New York einen Sexring unterhielt und mit wichtigen Entscheidungsträgern weltweit verkehrte. Die neuen Dokumente lösten weltweit eine Rücktrittswelle aus. In Frankreich trat der sozialistische Politiker und Kulturimpresario Jack Lang nach Berichten über geschäftliche Verbindungen mit Epstein zurück , in Norwegen die Top-Diplomatin Mona Juul, deren Kinder der 2019 verstorbene Epstein in seinem Testament bedacht hatte. Vertuschung: Frühere Vertraute wettert gegen Trump Norwegen: Der tiefe Fall der Top-Diplomatin Epstein soll Mädchen und junge Frauen an Bekannte vermittelt haben. Aus früheren Unterlagen geht hervor, dass er die Missbrauchsopfer auch zu Abtreibungen gedrängt haben soll. Zehn Geldtransfers von Epstein Nun berichtete NBC4 über die Zahlungen an den Gynäkologen Mark Landon von der Frauenklinik der University of Ohio. Demnach mahnte ein nicht näher bezeichneter Eric bei Epstein an: "Dr. Landons vierteljährliche Zahlung von 25Tsd. steht an, bitte freigeben". So kam es auch. Insgesamt soll der Arzt zwischen 2001 und 2005 mindestens zehn Tranchen an Zahlungen erhalten haben. Landon erklärt die Gelder mit "Beratungsleistungen". In den Unterlagen selbst, erklärt der Mittelsmann Eric, dass die Zahlungen mit "Les und Abigail Wexner abgerechnet werden, wie in früheren Fällen". Leslie "Les" Wexner ist Chef des Handelsimperiums L Brands, das Firmen wie den Dessoushändler Victoria's Secret umfasst. Er gehörte bis 2007 zu Epsteins Beratungskunden, ehe dieser ins Visier der US-Justiz geriet und 2008 verurteilt wurde. Wexner, der selbst an der University of Ohio studiert hatte, zählt zu den regelmäßigen Spendern der Hochschule. Die Uni-Frauenklinik, an der Landon arbeitet, trägt den Namen Wexner Medical Center. Der 88-jährige Milliardär kündigte an, mit den US-Ermittlern zu kooperieren. Über seine Kontakte zu Epstein sagte er bislang nur: "Von jemandem ausgenutzt zu werden, der so krank, so gerissen, so verkommen war, ist etwas, wofür ich mich schäme, überhaupt in seiner Nähe gewesen zu sein, aber das ist Vergangenheit.“