Für den FC Bayern steht im Pokalviertelfinale gegen RB Leipzig der erste Titel der Saison auf dem Spiel. Der Klub kämpft gegen einen fast unglaublichen Fluch. Jetzt wird es ernst für den FC Bayern . Am Mittwoch (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei t-online) steht beim Pokalviertelfinale gegen RB Leipzig für den Rekordmeister der große Triple-Traum auf der Probe – und gleichzeitig der erste Titel auf dem Spiel. Mit diesem K.-o.-Spiel startet die Saison für die Münchner endgültig in die heiße und entscheidende Phase. Chefcoach Vincent Kompany ist das mehr als bewusst. "Wir müssen auf alles vorbereitet sein", sagte der Belgier vor dem brisanten Kräftemessen mit Leipzig. "Den Pokal zu gewinnen, heißt nicht, jedes Spiel 4:0 oder 5:0 zu gewinnen. Es passiert immer etwas." Was das heißt, weiß Kompany schon aus eigener Erfahrung als Bayern-Coach nur allzu gut. In der vergangenen Saison war er als solcher mit seiner Mannschaft bereits im Achtelfinale des Wettbewerbs mit einer 0:1-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen gescheitert. Damit setzte sich auch unter Kompany ein fast schon unglaublicher Pokalfluch fort. Die Bayern haben es seit mittlerweile fünf Jahren und ihrem Triumph 2020 nicht mehr bis ins Pokalfinale nach Berlin geschafft. Und blamierten sich stattdessen in den vergangenen Jahren immer wieder. Diesen Bayern-Fluch will Kompany jetzt brechen 2021 scheiterte der damalige Chefcoach Hansi Flick mit seinem Team sensationell in der zweiten Runde gegen den Zweitligisten Holstein Kiel (7:8 n. E.). Ein Jahr später schied Bayern unter Trainer Julian Nagelsmann mit einer krachenden 0:5-Niederlage in Gladbach erneut in Runde zwei aus. Unmittelbar nach Nagelsmanns Entlassung vermasselte es dessen Nachfolger Thomas Tuchel im Frühjahr 2023 mit seinem Team beim Heimspiel im Viertelfinale gegen den SC Freiburg (1:2). Noch mehr blamierten sich die Tuchel-Bayern in der nächsten Saison mit dem sensationellen Aus in Runde zwei bei Drittligist Saarbrücken (1:2). Jetzt will und soll Kompany den Pokalfluch der Bayern unbedingt brechen. Nicht ohne Grund haben die Bayern-Bosse den Pokalgewinn in dieser Saison neben der Meisterschaft zum obersten Ziel erklärt. Nach den Enttäuschungen der vergangenen Jahre ist die Sehnsucht nach dem Erreichen der Hauptstadt, in der das DFB-Pokalfinale traditionell ausgetragen wird, riesig. Präsident Herbert Hainer sagte: "Wir wollen unbedingt wieder mal nach Berlin. Wir waren schon lange nicht mehr da." Dreesen: "Es geht ums Ganze" Auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen sagte nun mit Blick auf das Viertelfinale: "Es ist klar, es geht ums Ganze. Wir sind sechs Jahre nicht in Berlin gewesen. Das heißt, wir haben Nachholbedarf. Natürlich wollen wir dieses Spiel gewinnen." Kompany erklärte seine Herangehensweise folgendermaßen: "Weil das Spiel zu Hause ist, weil es Pokal ist, weil es für uns ein absolutes Must-Spiel ist, möchte ich, dass wir das bringen, was wir bringen können." Eine Kategorisierung über den aufgrund der Misere der vergangenen Jahre vermeintlich besonders hohen Stellenwert des DFB-Pokals im Vergleich zu Bundesliga oder Champions League mochte der Coach nicht vornehmen: "Für mich ist es immer schwierig, einzuordnen: Was ist eins, zwei oder drei?", sagte er. "Ich möchte am Donnerstag noch das gleiche Gefühl haben" Er versuche "da keine zu große Hierarchie zu machen", so Kompany weiter. "Meine Rolle ist, das zu zeigen, was Bayern sein will. Und das ist einfach: alles zu gewinnen, was wir können", sagte der 39-Jährige. "Wo wir jetzt sind, ist, wo wir sein wollen. Und ich möchte am Donnerstag noch das gleiche Gefühl haben." Dafür müssen die Bayern am Mittwochabend aber zuerst an Leipzig vorbei. Die beiden Vergleiche in der Bundesliga gewannen die Münchner mit 6:0 und 5:1 rein von den Ergebnissen her deutlich. Allerdings bereitete RB den Bayern beim Duell in Leipzig Mitte Januar speziell in der ersten Halbzeit große Probleme. Den Leipzigern gelang es da, den Bayern ihre Dominanz zu nehmen und ihnen ihr eigenes Spiel aufzudrücken. Zur Halbzeit führte RB verdient mit 1:0. Die bis zu diesem Zeitpunkt fehlende Spielkontrolle seiner Bayern monierte Kompany im Anschluss mehrfach und betonte auch am Dienstag wieder die Leipziger Stärken in der Offensive. Die Bayern sollten also gewarnt sein. Das haben ihnen nicht zuletzt die bitteren Erfahrungen aus den vergangenen Jahren im Pokal auf schmerzvolle Art und Weise gezeigt.