US-Vizepräsident Vance spricht bei einem Besuch in Eriwan vom Völkermord an den Armeniern. Es folgt ein Eklat. Während eines Besuchs in Armenien hat US-Vizepräsident JD Vance einen Beitrag auf der Plattform X gepostet und erklärt, er und seine Frau Usha hätten einen Kranz "am Denkmal für den Völkermord an den Armeniern niedergelegt, um der Opfer des Völkermords von 1915 zu gedenken". Ein Affront in den Augen des Nato-Partners Türkei . Denn das Massaker mit bis zu 1,5 Millionen Toten geht auf die Türkei zurück, einem engen Verbündeten der USA . So verzichtete US-Präsident Donald Trump im Vorjahr in seiner Grußbotschaft am Tag des Verbrechens bewusst auf den Begriff Völkermord. Überblick: Alle aktuellen Entwicklungen im US-Newsblog Sicherheitskonferenz: Das steht in München an Auch JD Vance handelte. Sein Post war rasch wieder von der Plattform verschwunden. Es habe sich um das Versehen von Mitarbeitern gehandelt, die nicht Teil der Delegation waren, hieß es. Auch der Deutsche Bundestag erregte Aufsehen Der Begriff Völkermord ist im internationalen Recht streng definiert, er setzt das bewusste Ziel eines Staates voraus. Das belastet nicht allein den Urheber des Verbrechens, es macht ihn auch juristisch haftbar, etwa mit Blick auf Schadenersatzforderungen. Auch deshalb reagiert die Türkei beim Begriff Völkermord in Armenien sensibel. Das bekam auch der Deutsche Bundestag zu spüren, der die Verbrechen der Türkei in Armenien 2016 in einer Resolution als Völkermord einstufte. Der Beschluss führte zu erheblichen Verstimmungen in den deutsch-türkischen Beziehungen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nannte die Entscheidung unter anderem "charakterlos". Vance äußerte sich nicht näher. Er traf auf seiner Reise in Armenien mit Regierungschef Nikol Paschinjan zusammen. Dabei war er schon wieder ganz auf Trump-Linie. Der US-Vize warb für die sogenannte Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand (Trump Route for International Peace and Prosperity – TRIPP), einen vorgeschlagenen 43 Kilometer langen Korridor durch den Süden Armeniens, der Aserbaidschan mit der Exklave Nachitschewan verbinden soll. Paschinjan sprach von einem "wahrhaft historischen" Besuch. Er lobte Trump und sagte, er habe "große Hoffnung", dass der US-Präsident "zu Recht" den Friedensnobelpreis für die Vermittlung des armenisch-aserbaidschanischen Friedensprozesses erhalten werde. Zwischen Armenien und dem Nachbarland Aserbaidschan war es 2023 zum offenen Konflikt gekommen.