Was und wie man etwas Häftlingen übergeben darf
(Foto: Sergej Wedjaschkin/AGN Moskwa)
Laut Mitteilungen der Strafvollzugsbehörde vom Dezember 2025 gab es auch in diesem Jahr Versuche, verbotene Gegenstände in Gefängnisse zu schmuggeln. An erster Stelle der sichergestellten Gegenstände in Untersuchungsgefängnissen sind Gadgets und Zubehör wie Kopfhörer, Ladegeräte, SIM-Karten, Router und Kabel. An zweiter Stelle folgten bewusstseinsverändernde Substanzen sowie Anabolika. Ein FSIN-Mitarbeiter berichtete, Drogen würden in Medikamenten oder Lebensmitteln versteckt: „Einmal brachte man eine verbotene Substanz in dem gebogenen Metallteil einer Zahnpastatube unter, und in Teigtaschen wurde Haschisch eingenäht.“ Er fügte hinzu, dass früher ein erheblicher Teil der für Häftlinge verbotenen Güter aus Delikatessen bestand. Heute jedoch kann vieles im Laden der Kolonie gekauft werden.
In einem solchen Lebensmittelladen können Häftlinge Gemüse und Obst, Kekse sowie Hygieneartikel erwerben. Zudem existiert ein Internet-Shop des FSIN, dessen Lieferungen von den Angehörigen bezahlt werden. Viele Verwandte bringen die Übermittlungen jedoch persönlich vorbei oder schicken sie per Post, etwa Bücher. Der Nachteil: Solche Sendungen können die Kontrolle nicht bestehen, und Lebensmittel erreichen den Empfänger nach der Untersuchung auf verbotene Gegenstände zerschnitten.
„Obwohl die Preise in den Kiosken und im Internet-Shop deutlich höher liegen als in normalen Geschäften, überwiegen die Vorteile“, berichtete ein junger Mann, dessen Vater mehrere Jahre in Untersuchungshaft verbrachte. „Obst und Gemüse über diesen Kanal werden beispielsweise nicht halbiert.“ Seinen Worten zufolge darf Kaffee nicht in der Originalverpackung übergeben werden. Er muss in einen Beutel umgefüllt werden. Gleiches gilt für Marmelade, Mayonnaise und Ketchup: Diese werden in separate Plastikbehälter umgefüllt. Die beiden letztgenannten Produkte sind in der Haft besonders gefragt, da sie den Geschmack des Gefängnisessens verbessern.
Der Strafgefangene Iwan sagt, dass man Lebensmittel und Hygieneartikel im Kolonieladen kaufen kann, bequeme Kleidung hingegen sollte man besser von draußen mitbringen. „Besonders wichtig sind Trainingsanzüge und Turnschuhe, sowie Thermounterwäsche und Wollsocken, denn in den Zellen gibt es mitunter Probleme mit der Heizung“, so Iwan. Er berichtete zudem, dass Häftlinge stets Honig zu schätzen wissen – angesichts der häufigen Erkältungen in Haftanstalten – sowie Ohrstöpsel, um in der Zelle schlafen zu können, und geräumige Sporttaschen.
Doch nicht nur der Inhalt der Pakete ist entscheidend, sondern auch, in welcher Zelle ein Mensch untergebracht ist. Ehemalige Häftlinge berichten, dass es in Kolonien sogenannte „Kammern mit privilegiertem Status“ gibt, in die Übermittlungen ohne gründliche Kontrolle gelangen. Auf diesem Weg gelangen verbotene Gegenstände wie Alkohol und Drogen in die Haftanstalt.
Xenija Melnikowa
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