Lucas Pinheiro Braathen legte im Riesenslalom von Bormio furios vor. Selbst Superstar Marco Odermatt kam nicht mehr an ihn heran. Skirennfahrer Lucas Pinheiro Braathen ist der historische Coup bei den Olympischen Winterspielen 2026 gelungen. Mit seinem Sieg im Riesenslalom von Bormio holte der 25-Jährige die erste Medaille für Brasilien und für einen Südamerikaner bei Winterspielen überhaupt. Der Schweizer Superstar Marco Odermatt hatte 0,58 Sekunden Rückstand und musste sich mit Silber begnügen. Bronze ging an Odermatts Teamkollegen, den Slalom-Weltmeister Loic Meillard (+1,17). Braathen hatten den Grundstein zum Sieg bereits in einem kuriosen ersten Durchgang gelegt. Mit Startnummer eins war ihm ein Traumlauf gelungen – im Zwischenklassement lag er 0,95 Sekunden vor Odermatt, mit ebenfalls großem Abstand folgte dahinter Meillard (+1,57 Sekunden). Für Odermatt war es nach Silber in der Team-Kombination und Bronze im Super-G die dritte Medaille in Bormio. Bester Deutscher war Alexander Schmid auf Rang 13. Anton Grammel reihte sich knapp hinter dem Parallel-Weltmeister von 2023 auf Platz 15 ein. Fabian Gratz musste eine bittere Enttäuschung hinnehmen: Der 28-Jährige war nach dem ersten Lauf Zehnter, schied im Finale nach einem Fahrfehler aber aus. Der gebürtige Norweger Pinheiro Braathen startet seit 2024 für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter. Er ist eine der schillerndsten Figuren im alpinen Ski-Weltcup. In den Wochen vor den Winterspielen in Italien war er bereits gut in Form und fuhr im Riesenslalom gleich dreimal nacheinander auf das Podest. Odermatt, der Riesentorlauf-Olympiasieger von 2022 und langjährige Alpin-Dominator, beendet die Spiele in Italien indes ohne Goldmedaille. In der Team-Kombination hatte er zusammen mit Meillard Silber geholt, im Super-G Bronze.